Sprintstaffel Wechselfehler kostet US-Team Gold
Athen - Shawn Crawford, Coby Miller, Justin Gatlin und Maurice Green hatten Gold im Visier. Mit 38,02 Sekunden liefen sie im Vorlauf die mit Abstand beste Zeit. Doch die einzige Schwäche, die diese Staffel besitzt, raubte ihr den Olympiasieg. Die Sprintstars der USA erlaubten sich einen verhängnisvollen Wechselfehler, der wertvolle Zeit kostete.
Im Ziel war die Staffel Großbritanniens mit Jason Gardener, Darren Campbell, Marlon Devonish und Mark Lewis-Francis genau eine Hundertstelsekunde schneller und holten sich mit einer Zeit von 38,07 Sekunden die überraschende Goldmedaille. Für die Briten war es der erste Sieg in dieser Disziplin seit den Spielen von 1912 in Stockholm.
Eine besondere Genugtuung war der Sieg für die beiden Briten Campbell und Devonish, die bei der letzten Weltmeisterschaft ihre Silbermedaile abgeben mussten, da Teamkollege Dwain Chambers nach dem Rennen positiv auf THG getestet wurde. Die USA gewannen damals Gold. "Ein Traum ist wahr geworden", jubelte Gardener, "wir haben alle an uns geglaubt."
"Wir hatten im Team einige Probleme. Jeder wollte schnell laufen, da hat die Abstimmung nicht geklappt", erklärte 100-Meter-Sieger Gatlin nach dem Rennen selbstkritisch, "ein bisschen mehr Training könnte nicht schaden." Die amerikanische Staffel gewann von den letzten 20 Starts 15 Rennen, vier Niederlagen resultierten aus Disqualifikationen, nur gegen Kanada gab es 1996 in Atlanta die einzige echte Pleite.
Bereits gestern war das US-Damen-Quartett im Vorlauf über 4x100-Meter gescheitert. Die Silbermedaillengewinnerinnen von Sydney wurden wegen des Wechselfehlers von Marion Jones an Lauryn Williams disqualifiziert. Das Missgeschick der Herrenstaffel geschah an derselben Stelle.