Startboykott: Veranstalter sperren Marion Jones aus - DER SPIEGEL
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Startboykott Veranstalter sperren Marion Jones aus

Marion Jones wird beim Leichathletik-Meeting im französischen Montgeron keine Starterlaubnis erhalten. Dies gab der Veranstalter heute bekannt und setzte damit diesbezügliche Ankündigungen der 44 Euro-Meetings um. Die unter Dopingverdacht stehende US-Sprinterin trifft die Entscheidung völlig unvorbereitet.
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Raleigh - "Das ist neu für mich. Ich weiß nichts darüber", erklärte Jones-Berater Charles Wells heute. Er habe vielmehr vergangene Woche etliche Gespräche geführt, um Europa-Starts von Jones und ihres ebenfalls dopingverdächtigen Lebenspartners Tim Montgomery, Weltrekordler über 100 Meter, zu verabreden.

Die Veranstalter der Euro-Meetings hatten bekannt gegeben, das US-Paar im WM-Jahr 2005 zu keiner Veranstaltung einladen zu wollen. "Wir wollen sie damit nicht schuldig sprechen. Aber unglücklicherweise tragen sie eine zu große Last mit sich, um von uns eingeladen zu werden", sagte ein Sprecher der Leichtathletik-Serie.

Als erstes Meeting setzten die Veranstalter im französischen Montgeron die Ankündigung heute um. Jones wollte dort über 200 Meter an den Start gehen. "Dem gemeinsamen Beschluss folgend, akzeptieren wir die Anmeldung von Marion Jones nicht", erklärte Organisatorin Anne Tournier-Lasserve.

Lediglich die Organisatoren des Berliner Golden-League-Sportfestes Istaf am 4. September hatten angekündigt, auf einen Boykott von Jones und Montgomery zu verzichten, so lange es keinen positiven Dopingbefund gebe. "Wir gehören zwar auch zum Kreis der Euro-Meetings. Aber bei uns liegen die Dinge etwas anders", sagte Janetzky.

Jones und Montgomery waren im Zusammenhang mit dem Skandal um das kaifornische Balco-Labor und die dort entwickelte Designerdroge Tetrahydrogestrinon (THG) in Dopingverdacht geraten. Bisher existieren jedoch allenfalls Anschuldigungen, positive Proben gibt es nicht. Jones hat eine Klage über 25 Millionen Dollar gegen Victor Conte eingereicht, der als Betreiber des umstrittenen Balco-Labors erklärt hatte, auch sie habe von ihm Dopingmittel erhalten. Unklar ist, ob gegen sie Ermittlungen der amerikanischen Anti-Doping-Agentur laufen.

Montgomery muss sich im Juni vor dem internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne wegen der Dopingvorwürfe gegen ihn verantworten. Bei ihm gibt es offenbar stark belastendes Material, das zu einer lebenslangen Startsperre führen könnte.