Steeb-Nachfolge: Michael Stich fordert Bedenkzeit - DER SPIEGEL
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Steeb-Nachfolge Michael Stich fordert Bedenkzeit

Nach dem überraschenden Rücktritt von Charly Steeb als Daviscup-Teamchef sucht der Deutsche Tennis Bund schnellstmöglich einen Nachfolger.
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Hamburg - Erst wurde das deutsche Daviscup-Team vom Erfolg verlassen - nun geht auch noch der Chef. Einen Monat vor der Auslosung für die Auftaktrunde 2002 am 4. Oktober ist Teamchef Carl-Uwe Steeb zurückgetreten.

"Die Arbeit als Daviscup-Kapitän war für mich eine große Ehre und hat Spaß gemacht. Dennoch möchte ich mich beruflich verändern und neue Herausforderungen annehmen", begründete der 34-Jährige seine Entscheidung in einem Gespräch mit Georg von Waldenfels. Der Präsident des Deutschen Tennis Bundes (DTB) teilte am Dienstag in Hamburg den überraschenden Rückzug des ehemaligen Tennisprofis mit. Steebs Vertrag mit dem DTB wäre erst Ende 2002 ausgelaufen. Waldenfels: "Ich bedanke mich bei ihm für die langjährige Zusammenarbeit auch in schwierigen Zeiten."

Becker schließt Teamchef-Comeback aus


Die schwierige Suche nach einem Nachfolger läuft bereits auf Hochtouren. Schon am Dienstag telefonierte von Waldenfels in der Hansestadt mit Michael Stich. Offenbar ist der Wimbledonsieger von 1991 der erste Kandidat für die Steeb-Nachfolge. Doch zunächst

blockte der 32-Jährige ab. "Erst muss ich wissen, wie der Job überhaupt definiert ist. Vielleicht will der DTB ja auch etwas verändern. Ich bin durch meine Stiftung stark eingespannt und habe keine Zeit für einen 30-Stunden-Job", erklärte Stich.

"Die Aufgaben des Daviscup-Teamchefs müssen noch einmal überdacht werden", meinte der Präsident und bestätigte, "dazu gibt es Gespräche mit Michael Stich und Patrik Kühnen. Die Nachfolgeregelung wird dann schnell gefunden werden." Von Waldenfels gibt sich optimistisch. Bis zur Auslosung am 4. Oktober in Zürich will der DTB die wichtige Personalie vom Tisch haben.

Boris Becker schloss ein Comeback als Teamchef definitiv aus. "Er hat abgelehnt", sagte Präsident von Waldenfels. Der Leimener war im Dezember 1999 nach gut zwei Jahren vom Amt des Teamchefs zurückgetreten; seitdem trug der ehemalige Kapitän Steeb die alleinige Verantwortung.