Strüvers Tour Inside Angriff auf Milton Keynes
Zum zweiten Mal innerhalb von 14 Tagen habe ich den Cut verpasst. Derzeit läuft es bei mir leider nicht nach Wunsch. Erst das vorzeitige Ausscheiden bei der Deutsche Bank/SAP Open, dann war bei den Volvo PGA Championship im englischen Wentworth bereits nach zwei Runden für mich Schluss. Besonders ärgerlich: Zweimal fehlte mir nur ein Schlag. Der Cut lag jeweils bei einem unter Par.
Dabei lief es auf der ersten Runde im Golfclub Surrey phantastisch für mich. 68 Schläge - vier unter Par. Doch nach meiner 76er-Runde am zweiten Tag war ich draußen. Ein tiefer Fall vom Leaderboard in die Loser-Ränge. Ein viereinhalbstündiger Blackout. Kein Vertrauen in meine Schläge. Warum? Kann ich nicht erklären. Es gab einfach keine äußeren Umstände, die mich negativ beeinflusst hätten. Meine Hoffnungen aufs Weiterkommen waren vergeblich. In der Vergangenheit hatte der Cut in Wentworth häufig bei plus ein oder zwei gelegen.
Gutes Essen in Heidelberg
Das Tournament in Wentworth gilt allgemein als das beste und größte auf der European Tour und sticht durch sein enormes Preisgeld hervor. Doch das Heidelberger Turnier muss einen Vergleich wahrlich nicht scheuen. Vor allem für uns Spieler gibt es im Land des aufgehenden Spargels jede Menge Vorteile - in punkto Essen.
Wer in Wentworth nach fünf Uhr von der Runde kommt, findet in der Players Lounge höchstens noch eine kalte Cola im Kühlschrank. In St. Leon-Rot zaubert die Küchencrew selbst um 21 Uhr eine warme Mahlzeit auf den Tisch. Zudem gibt es dort richtige Sportlernahrung: Salate, Gemüse, Obst und Nudeln. In Wentworth spielte die kulinarische Unterversorgung für mich diesmal jedoch keine Rolle: Mein mäßiges Golfspiel hatte mir so auf den Magen geschlagen, dass ich bis Montag keinen festen Bissen runterbekam.
Negativspannung in positive Energie umwandeln
Meine Aufgabe für die nächsten Tage ist klar. Ich muss diese aufgeladene Negativspannung in positive Energie umsetzen, um endlich wieder meine eigentlichen Fähigkeiten auf die Bahn zu bringen. Abhaken, nicht mehr drüber nachdenken und zusehen, dass man weiterkommt. Das gilt für die Zeit vor den British Masters, die von Donnerstag bis Sonntag erstmals auf der noch jungen Anlage Woburn Milton Keynes in England stattfinden.
Zwar hat uns die Professional Golfers Association (PGA) schon vorgewarnt, der Platz könne sich wegen des zuvor schlechten Wetters nicht in bester Verfassung präsentieren, doch diesen Vorbehalt gab es schon vor dem Turnier in Wentworth. Und da war es dann doch - bis auf mein Spiel - einfach tadellos.
So long, Ihr und Euer Sven Strüver
P.S.: Ken Schofield macht einen guten Job. Der wegen seiner oft als undurchsichtig eingeschätzten Geschäftsführung in die Kritik geratene PGA-Chef überstand eine von uns Spielern anberaumte Prüfung durch die renommierten Unternehmensberater von "Anderson Consulting" mit Bravour. Gut zu wissen: Die Zahlen stimmen bei Ken Schofield - und hoffentlich schon am Sonntag wieder bei mir.