Strüvers Tour Inside Gebete an "Amen Corner"
Kein Eintritt ohne Einladung. Nein, es geht nicht um eine Vernissage für ausgesuchtes Publikum oder eine Filmpremiere im erlauchten Kreis. Denn heute dreht sich bei mir alles um "The Masters". Eines der prestigeträchtigsten Turniere dieser Welt.
Ein Traum für die Zuschauer, die ihre Eintrittskarten ein Leben lang aufbewahren und das Anrecht auf eines der heiß begehrten Tickets an ihre Söhne und Töchter vererben. Ein Traum auch für uns Golfer. Jeder möchte hin, doch beileibe nicht jeder darf auch spielen. Denn: Ohne Einladung geht nichts.
1934 zum ersten Mal ausgespielt
Augusta-Chairman Hootie Johnson hat genau 101 Briefe an Spieler geschickt, die sich nach den Statuten dieses 1934 zum ersten Mal ausgespielten Turniers qualifiziert haben. Leider hat bei mir der Postbote nicht geklingelt. Und leider habe ich den 6985 Yards langen Platz noch nicht einmal selbst gespielt. Doch alle Freunde auf der Tour sprechen mit Respekt von der parkähnlichen Anlage in einer ehemaligen Plantage.
Schwärmen die einen vom Masters als wichtigstem Major-Turnier dieser Erde, so schwanken die anderen und nennen auch die US Open, die British Open oder die US PGA Championship. Es kommt halt immer etwas auf die Nationalität - und den Geschmack - an. Von Bernhard Langer weiß ich, dass ihm der Platz liegt. 1985 und 1993 hat Bernhard in Augusta alle besiegt und durfte sich das Grüne Jackett, ein interessantes Kleidungsstück, überstreifen. Diesmal geht Vijay Singh als Titelverteidiger an den Start und führt die Meute der Tiger-Jäger an.
Ferrarischnelle Grüns
Für mich steht fest: Woods ist der großer Favorit, wenn es am 5. April endlich losgeht. Der Weltranglistenerste findet von Turnier zu Turnier seine Form wieder, zeigt Angriffslust und Selbstvertrauen. Wer in Augusta den Ball hoch, weit und mit Backspin schlagen kann, zählt zum erweiterten Kreis der Titelaspiranten. Und wer zudem noch mit diesen ferrarischnellen Grüns zurecht kommt, darf sich beste Chancen ausrechnen.
Gespannt bin ich, was sich die zahllosen Greenkeeper noch haben einfallen lassen, um den Teilnehmer die letzten Adrenalinreserven herauszukitzeln. Ich denke da nur an die gefürchtete Amen Corner mit den Bahnen 12, 13 und 14. In dieser Ecke des Platzes lauert das Grauen oder winkt das Glück. Dort entscheidet sich, wer gewinnt oder verliert. Ich bekomme schon jetzt eine Gänsehaut.
So long, Ihr und Euer Sven Strüver
PS.: Zugegeben. Ich trage lieber legere Polohemden und einen lässigen Pullover. Für besondere Anlässe nehme ich aber auch gern ein Jackett aus dem Schrank. Dezent zumeist, schwarz und blau. Doch andere Farben kommen durchaus auch in Frage. Bevorzugt in augustagrün. Aber die lassen mich ja nicht. Noch nicht