Strüvers Tour Inside: Hut ab vor Tiger Woods - DER SPIEGEL
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Strüvers Tour Inside Hut ab vor Tiger Woods

Die wöchentliche Kolumne des Golfprofis Sven Strüver bei SPIEGEL ONLINE. Heute: Rückblick auf die Masters, Bernhard Langers toller Auftritt und endlich wieder Turniere auf europäischem Festland.
Von Sven Strüver
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Welch' eine Faszination, welch' ein Turnier. Die Masters 2001 gehen in die Geschichte des Golfsports ein. Tiger Woods hat es dem legendären Bobby Jones nachgemacht und sich seinen vierten Major-Titel in Folge geholt. Damit ist ihm ein Ehrenplatz im Kreis der besten Golfer aller Zeiten schon in jungen Jahren sicher. Phantastisch. Mein Tipp im vorigen Tour Inside ist mit Tigers Sieg aufgegangen. Wenn auch der Abstand zum wiedererstarkten David Duval und dem ebenfalls favorisierten Phil Mickelson nicht so groß war wie erwartet. Doch zwischen dem Tiger und der Meute, die ihn jagte, lagen immerhin zwei Schläge. Unter Druck Bestleistungen auf diesem Niveau zu bringen zeichnet die echten Sieger-Typen aus. Woods ist ein Paradebeispiel dafür. Hut ab.

Norman, die Enttäuschung des Turniers


Des einen Freud, des anderen Leid: Für mich war Greg Norman mit einer 82 am zweiten Tag und dem verpassten Cut die große Enttäuschung dieses Turniers. Doch beim Golf, egal ob man als Profi damit seinen Lebensunterhalt verdient oder in seinem Club mit Freunden wettstreitet, ist man vor solchen Ausrutschern eben nicht gefeit.

Doch kehren wir zurück zu den Masters-Highlights: So sehr ich mich über die Platzierung von Bernhard Langer gefreut habe, so voraussehbar war seine gute Leistung. Denn nach seinem kürzlich erfolgten Ausrüsterwechsel findet Bernhard wieder zu alter Form zurück, spielte zwei Wochen vor Augusta schon überragend mit dem dritten Rang bei der Players Championship und schloss in Georgia als Sechster und damit bester Europäer ab. Glückwunsch, Bernie! Das gibt meinem Freund den richtigen Schub für die Zukunft - und den Ryder Cup, der von uns allen ja als eines der absoluten Saison-Highlights angesehen wird. Und mir die Bestätigung, dass mit hartem Training und einer guten mentalen Verfassung auch im Wettstreit mit den ganz Großen dieser Golf-Welt alles möglich ist.

Feinschliff für die Turniere auf der iberischen Halbinsel


Mit dieser Überzeugung trainiere ich derzeit wieder in den USA, um mir den letzten Schliff für die kommenden Turniere zu holen. Ich fühle mich nach meinem Aufenthalt in Hamburg bestens und will in Florida die Weichen stellen, um auf dem Platz zu zeigen, was ich alles kann. In Valencia ab 19. April und an der Algarve ab 26. April muss ich beweisen, dass dies keine leeren Versprechungen sind. Ein gutes Abschneiden ist mein Ziel. Darauf arbeite ich hin. Kommt zu meiner Einstellung noch ein Schuss Lockerheit zum richtigen Zeitpunkt dazu, dann ist - siehe Bernhard - auch für mich einiges drin.

So long, Ihr und Euer Sven Strüver


PS. Ein wenig hat es mich schon genervt, dass ich mich für die Masters in Augusta nicht qualifiziert habe. Doch bei der Deutsche Bank/SAP Open in St. Leon-Rot ab 17. Mai tritt Tiger Woods erstmals nach seinem historischen Grand Slam in Europa an. Dort bin ich dann auch ich wieder aktiv dabei, um mich an der Tiger-Jagd zu beteiligen. Denn vor dem Flimmerkasten zu sitzen, während die anderen dem Tiger einheizen, ist für mich die Hölle.