Strüvers Tour Inside Ryder Cup - Der Countdown läuft
Noch acht Wochen, der Countdown läuft: Vom 28. bis 30. September findet im englischen The Belfry der 34. Ryder Cup statt. Die europäischen wie auch die US-amerikanischen Tourspieler fiebern diesem Termin entgegen, schließlich ist es der Höhepunkt der diesjährigen Golfsaison. Langsam aber sicher kristallisiert sich heraus, wer an diesem Traditionswettstreit der besten zwölf Europäer mit den zwölf besten Amerikanern teilnimmt. Der Druck für alle ist riesig, denn natürlich geht es nicht zuletzt auch darum, auf welcher Tour die besseren Golfer spielen.
Nach dem Gewinn der Dutch Open im Nordwijkse Golfclub rückte mein Freund Bernhard Langer auf den siebten Platz im Ryder-Cup-Ranking vor. Das ist der verdiente Lohn für seine konstanten Top-Leistungen in jüngster Vergangenheit. Die Europa-Liste führt Darren Clarke (Nordirland) vor Thomas Björn (Dänemark), Padraig Harrington (Irland), Pierre Fulke (Schweden), Lee Westwood (England) sowie Niclas Fasth (Schweden) an. Einen Platz hinter Langer liegt derzeit Colin Montgomerie (Schottland). Sieben dieser acht Spieler stehen aus meiner Sicht zu Recht dort oben.
Was macht Pierre Fulke?
Ein kleines Fragezeichen versteckt sich für mich allerdings hinter Pierre Fulke. Der 30-Jährige erlebte beim Volvo-Masters-Sieg im November und bei seinem zweiten Platz im Januar beim WGC-Matchplay seine Highlights und verschwand dann in der Versenkung. Doch das seinerzeit gewonnene (hohe) Preisgeld bewahrt ihm im Ranking den vierten Platz, sagt aber nur wenig aus über seine aktuellen Fähigkeiten. Immerhin hat er an den ersten beiden Tagen der British Open andeuten können, dass er das Golfspielen noch nicht verlernt hat.
Die auf Rang neun und zehn platzierten Philipp Price (Wales) und Paul McGinley (Irland) sind zwar derzeit automatisch qualifiziert, müssen sich in naher Zukunft jedoch noch mächtig ins Zeug legen, um etwa Miguel Angel Jimenez (Spanien, 11.) oder Andrew Coltart (Schottland, 12.) in Schach zu halten. Aus meiner Sicht gehört der bestens aufgelegte Ian Woosnam (Wales, 15.) übrigens ebenso ins Europa-Team wie José Maria Olazabal (Spanien, 17.).
Respekt vor dem europäischen Teamgeist
Die beiden Wild Cards würde ich an Stelle von Team-Captain Sam Torrance an Sergio Garcia (Spanien) und Jesper Parnevik (Schweden) geben. Die beiden spielen - fast ausschließlich - mit großem Erfolg auf der US-Tour, doch gemäß den Qualifikationsstatuten zählen die in Übersee erzielten Ergebnisse nicht fürs europäische Ranking. Da stellt sich die Frage: Ist diese Regelung noch zeitgemäß?
Nach heutigem Stand der Dinge stehen im US-Team Tiger Woods, Phil Mickelson, David Duval, Davis Love, Mark Calcavecchi, Hal Sutton, Scott Hoch, Stewart Cink, Tom Lehman und Joe Durant. Eine starke Truppe, die allerdings vor dem europäischen Teamgeist jede Menge Respekt hat. Ich jedenfalls freue mich schon sehr auf den Ryder Cup, starte aber in dieser Woche erst mal bei den Volvo Scandinavian Masters im schwedischen Barsebäck. Dort hoffe ich auf mehr Erfolg als in Holland, wo ich vornehmlich durch schlechtes Putten den Cut verpasst habe.
So long, Ihr und Euer Sven Strüver
PS. Mächtig nach hinten ging der Schuss von Mark James los, der in seinem Buch vor allem auch die amerikanischen Ryder-Cup-Spieler wegen ihres höchst unsportlichen Verhaltens beim vorigen Aufeinandertreffen kritisierte. Die PGA legte James nahe, seinen Posten als Assistent von Ryder-Cup-Captain Sam Torrance niederzulegen. Er reagierte nicht. Erst bei einem eigens anberaumten PGA-Meeting ließ sich James zum Rücktritt bewegen. An seine Stelle ist Ian Woosnam gerückt.