Strüvers Tour Inside: Übersetzen nach Australien - DER SPIEGEL
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Strüvers Tour Inside Übersetzen nach Australien

Die wöchentliche Kolumne des Golfprofis Sven Strüver bei SPIEGEL ONLINE. Heute: Aufbruch nach Down under, der Wind von East London und die Hitzeschlacht im Flugzeug.
Von Sven Strüver
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Allmählich kommt die Europäische Tour so richtig in Schwung. Und in den ersten Monaten heißt das: Das Leben ist ein Koffer. Nach 14 aufregenden und spannenden Tagen in Südafrika bin ich mittlerweile bester Dinge in Australien gelandet. Die beiden Turniere am südlichsten Zipfel des so beeindruckend vielfältigen afrikanischen Kontinents haben bestätigt, dass nur wirklich konstante Leistungen einen Platz in den Top Ten ermöglichen. Nach dem neunten Rang in Johannesburg reichte es diesmal leider nur zum 45. Platz im East London Golf Club. Eigentlich habe ich die ganze Woche über kaum schlechte Schläge gemacht und die Bälle wieder gut getroffen. Deswegen bin ich über mein Abschneiden beim letzten Turnier ein wenig betrübt.

Aber mal ganz ehrlich: Dieser Platz in East London liegt mir einfach nicht, und ich mag ihn auch nicht sonderlich. Vor allem diese verflixte neunte Bahn, ein Par 4, nur 399 Yards lang. Nach drei Birdies auf den ersten drei Löchern habe ich mir auf der Schlussrunde noch im Stillen gedacht: "Eigentlich läuft es doch ganz toll. Bleib jetzt dran." Doch dann brach mir diese eigentlich gut zu spielende neunte Bahn das Genick: Wie schon auf der dritten Runde verzog ich meinen Drive, landete neben dem Fairway und "erntete" ein Doppelbogey. Schluss, aus und vorbei. Die Birdies auf der 13 und 16 machten zwar einiges wett, doch für ganz oben reichte es nicht mehr.

Auch die alten Hasen kämpften mit dem Wind


Wie schon gesagt: Fehler werden auf der Tour gnadenlos betraft. Die allgemein schwächeren Scores auf der vierten Runde lassen sich aber einfach erklären. Für uns alle ganz ungewohnt blies der Wind plötzlich aus einer Richtung, aus der er die gesamte Woche nicht gekommen war. Die meisten von uns - darunter auch altgediente Hasen - haben sich nicht so schnell darauf einstellen können.

Doch Südafrika ist passé. Jetzt kommt Australien. Ab morgen die Heineken Classic im The Vines Resort bei Perth, dann eine Woche später die Greg Norman Holden International im The Lakes Golf Club von Sydney. Die Konkurrenz vergrößert sich noch, steigen doch ab sofort die australischen Spieler ein. Darunter auch Greg Norman. Ich freue mich schon auf die australischen Plätze mit ihren pfeilschnellen Grüns. Und im Stillen hoffe ich, dass meine Frau und meine Tochter Lilly aus Florida kommen und mich in Sydney begleiten. Für die meisten Familien ist gerade der Anfang des Jahres bis zum April mit weiteren Turnieren in Malaysia, Singapur, Dubai, Katar, Madeira, Brasilien und Argentinien eine harte Zeit. Sich zwischendurch einmal zu sehen, ist dann besonders schön und tut richtig gut.

So long, Ihr und Euer Sven Strüver


PS. Ein Kuriosum am Rande: Mächtig verschnupft war der europäische PGA-Chef Ken Schofield, als er von Johannesburg nach Perth fliegen wollte. Da die Maschine von uns Spielern restlos überfüllt und überbucht war, war natürlich auch sein reservierter Sitz in der Ersten Klasse vergeben. In die Economy-Class wollte sich der Herr Schofield, der zu spät zum Einchecken kam, nicht degradieren lassen. Eine geschlagene Stunde wurde heftig diskutiert. Und die haben wir komplett bei brütender Hitze im Flieger auf dem Rollfeld verbringen müssen. Sachen gibt's...