Strüvers Tour Inside: Wenn der Golfgott lächelt - DER SPIEGEL
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Strüvers Tour Inside Wenn der Golfgott lächelt

Die wöchentliche Kolumne des Golfprofis Sven Strüver bei SPIEGEL ONLINE. Heute: Warum ich die Deutsche Bank/SAP-Open so schnell wie möglich vergessen möchte.
Von Sven Strüver
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Keine Frage, eine Menge Respekt gebührt dem Auftritt des "Tigers" bei den Deutsche Bank/SAP-Open in St. Leon-Rot. Wie Eldrick "Tiger" Woods es immer wieder fertig bringt, ein weiteres Kapitel seiner eigenen Geschichte zu schreiben, ist sensationell.

Sein Eisen sechs aus 160 Metern zum Eagle ins Loch der 13. Bahn krönte seine Leistung und versetzte seinem ärgsten Kontrahenten Michael Campbell schon fünf Löcher vor Beendigung des Turniers den Todesstoß.

Bei der phänomenalen ersten Runde des sympathischen Kiwis aus Neuseeland mit zehn Schlägen unter Par war ich mittendrin statt nur dabei. Als Campbells Flightpartner erlebte ich hautnah, was passieren kann, wenn alle Einzelheiten des Golfspielens zusammen passen. Gutes Driven, mutige Schläge zum Grün und den Putt einfach ins Loch rollen lassen. Eine 62 im Schließfach - und der Golfgott lächelt.

Campbell hat es vorgemacht. Meine Vorstellung war nicht ganz so prächtig. Ich wollte gerade vor heimischem Publikum unbedingt mein Glück erzwingen. Das ist mächtig schief gegangen.

Immer wieder Regenunterbrechungen

Mit den ständigen Startverschiebungen wegen der vielen Regengüsse sind viele andere Spieler gut zurecht gekommen. Ich weniger. Als ich auf den zweiten neun Löchern der ersten Runde richtig angreifen wollte, landete der Ball nach einem langen Fairway-Schlag unauffindbar rechts im hohen Rough.

Weder die vielen Zuschauer noch die Helfer hatten gesehen, wo die Kugel im Gestrüpp verschwunden war. Doppel-Bogey. Aus der Traum von der erfolgreichen Aufholjagd. Drei über für den ersten Tag, eins unter in der zweiten Runde. Doch das letzte Trittbrett vom abfahrenden Zug blieb für mich unerreichbar.

Welche Lehren ziehe ich für die von Freitag bis Montag im englischen Wentworth stattfindenden Volvo PGA Championship? Vor allem: Ruhe bewahren, nichts erzwingen wollen, nicht ungeduldig spielen. Dann klappt es bestimmt wieder. Das ist kein Zweckoptimismus, sondern gesundes Selbstvertrauen.


So long, Ihr und Euer Sven Strüver

P.S.: Klar, meine Laune war am Samstag noch dem Scheitern am Cut nicht wirklich glänzend. Doch nach zwei relaxten Tagen mit meiner Familie verflog die Muffigkeit schnell.