Sumo-Ringen Rückkehr eines Verstoßenen
Nachdem Sumo-Ringer Asashoryu im vergangenen Sommer ein wichtiges Turnier im japanischen Nagoya gewonnen hatte, wollte er erstmal ausspannen. Der Mongole hatte keine Lust auf die darauf folgenden regionalen, in der Öffentlichkeit beliebten Freundschaftswettkämpfe. Er meldete sich krank und reiste in seine Heimat. Dabei war der Yokozuna (oberster Champion im Sumo) putzmunter. Während er beim Verband mit Rücken- und Schulterschmerzen entschuldigt war, nahm der 150 Kilogramm schwere Brocken bei einem Freundschaftskick mit Kindern in der mongolischen Hauptstadt Ulan Bator teil. Was hierzulande ob der Grobmotorik des Ringers allenfalls für Lacher gesorgt hätte, entwickelte sich in Japan zum Skandal. Die Presse bekam Wind von der Sache, Asashoryu wurde für zwei wichtige Turniere gesperrt.
Die japanischen Medien hauten munter auf den ungeliebten Mongolen drauf, vielfach wurde berichtet, Asashoryu habe wegen der Kampagne psychischen Schaden genommen. Sogar über ein Karriereende wurde spekuliert.
Doch der 27-Jährige meldete sich bei den zur Zeit laufenden 15-tägigen Neujahrswettkämpfen (New Year Grand Sumo Tournament) in Tokio in überzeugender Verfassung zurück. Sieben von bisher acht Kämpfen hat er dort gewonnen und damit gute Chancen auf den Turniersieg. Lediglich sein mongolischer Rivale Hakuho liegt noch vor ihm.
Doch selbst wenn Asashoryu in Tokio gewinnt - seine Kritiker werden wohl noch lange nicht verstummen. Die Ehre ist im Sumo wichtiger als der Sieg.
pav/ap