Team Telekom: Godefroot rechnet mit Ullrich ab - DER SPIEGEL
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Team Telekom Godefroot rechnet mit Ullrich ab

Beim Telekom-Rennstall hängt der Haussegen nach Jan Ullrichs Alkoholfahrt und dessen verletzungsbedingter Tour-Absage endgültig schief. Teammanager Walter Godefroot wirft seinem besten Fahrer mangelnde Professionalität und rufschädigendes Verhalten vor.
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Paris - Ullrichs Verzicht auf die diesjährige Frankreich-Rundfahrt (6. bis 28. Juli) habe die Pläne der Telekom-Mannschaft für die Tour de France "über den Haufen geworfen", polterte Godefroot in der französischen Sportzeitung "L'Equipe".

Zwischen ihm und dem Tour-Sieger von 1997 sei das Vertrauen "zerbrochen", sagte Godefroot, der dem 28-Jährigen "unprofessionelles Verhalten" vorwirft. Die Knieverletzung, die zu Ullrichs Absage geführt hatte, rühre möglicherweise von "fehlender Professionalität" her, kritisierte der Funktionär von Team Telekom. Schon 1999 hatte der Olympiasieger bei der Tour gefehlt.

Ullrichs Unfall in der Nacht zum 1. Mai, als der Telekom-Fahrer betrunken mit seinem Porsche in ein Hausgeländer gekracht war und anschließend Fahrerflucht begangen hatte, ist für Godefroot ein skandalöser Vorgang. "So etwas macht man nicht als Profi. Das schädigt Jans Ruf als Champion und auch den Ruf der ganzen Mannschaft", sagte der 58-jährige Belgier, "darin steckt mangelnder Respekt vor seinen Kameraden. Ich möchte nicht wissen, was in dieser Nacht noch passiert ist."

Ullrich manövrierte Telekom-Führung aus

Wie es mit Ullrich weitergehen werde, der beim Team Telekom noch bis 2003 unter Vertrag ist, liegt nach Godefroots Einschätzung alleine am gebürtigen Rostocker. "Jan muss eine Entscheidung für seinen weiteren Weg treffen. Er muss zeigen, ob er wirklich ein großer Champion ist."

Am Mittwoch hatte Ullrich seinen Verzicht auf die Tour de France in einem kurzfristig anberaumten Pressegespräch bekannt gegeben. Der Termin war offensichtlich selbst für die Telekom-Pressestelle überraschend gekommen. Die PR-Abteilung des Rennstalls hatte auf Nachfrage bestätigt, von dem Medienmeeting mit Ullrich nichts gewusst zu haben.