Team Telekom: Ullrich nimmt Reißaus - DER SPIEGEL
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Team Telekom Ullrich nimmt Reißaus

Jan Ullrich und Team Telekom haben sich getrennt. Der derzeit verletzte und bis März 2003 gesperrte Radprofi wird voraussichtlich zum Rennstall seines ehemaligen Kapitäns Bjarne Riis wechseln.
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Hamburg - Der 28-jährige Ullrich und Telekom-Teamchef Walter Godefroot einigten sich am Mittwoch über die endgültige Auflösung des ursprünglich bis zum Saisonnde 2003 geltenden, jedoch bereits seit Juli ruhenden Vertrages. Das bestätigte Ullrichs Manager Wolfgang Strohband. "Jan ist zu dem Schluss gekommen, dass er einen Neuanfang starten will. Er möchte in einem neuen Umfeld eine neue Motivation suchen", erklärte Strohband.

"Der Schritt ist mir nicht leicht gefallen, denn ich habe Telekom viel zu verdanken. Nur mit ihrer Unterstützung war es mir möglich, meine großen Erfolge zu feiern. Dafür möchte ich mich bedanken", so Ullrich, der bis zum 23. März 2003 wegen Drogenmissbrauchs gesperrt ist. "Ich suche eine neue Herausforderung. Ich weiß, dass ich meine Fähigkeiten noch nicht voll ausgeschöpft habe."

Wieder Zusammenarbeit mit Riis?

Nach gut sieben Jahren bei Telekom ist nun der Weg frei für den wahrscheinlichen Wechsel des Tour-Siegers von 1997 zum dänischen Rennstall CSC Tiscali, den sein Freund Bjarne Riis führt. Der Däne bekundete erneut sein Interesse an seinem ehemaligen Teamkollegen: "Jan zu holen, wäre eine tolle Sache." Riis war Kapitän bei Telekom, als er 1996 bei der Tour vor dem gebürtigen Rostocker siegte. Ein Jahr später gewann Ullrich als erster Deutscher die Frankreich-Rundfahrt.

Allerdings wollte Strohband den Wechsel nach Dänemark ebenso wenig bestätigen wie Riis, der sich noch in Verhandlungen mit einem möglichen zweiten Hauptsponsor befindet. "Solange unsere Gespräche mit potenziellen Partnern nicht abgeschlossen sind, kann ich zum Thema Jan nicht mehr sagen", erklärte der 38-jährige Däne.

Auch Team Coast an Ullrich interessiert

Seit Co-Sponsor Tiscali angekündigt hat, sein Engagement beim Riis-Rennstall deutlich zu reduzieren, ist der Däne auf der Suche nach Ersatz. Angeblich bestehen konkrete Kontakte zu einem großen deutschen Unternehmen. Innerhalb der nächsten zwei Wochen will die CSC-Teamleitung den neuen Wirtschaftspartner präsentieren. Neben den Dänen hat auch das Essener Team Coast Interesse an Ullrich bekundet.

Von Telekom war dem bis zum 23. März gesperrten Olympiasieger von Sydney ein stark leistungsbezogener Vertrag angeboten worden, den er jedoch ablehnte. Bis zu seinem Drogen-Geständnis am 6. Juli hatte Ullrich ein Grundgehalt von geschätzten 120.000 Euro im Monat erhalten. Derzeit arbeitet der Zeitfahrweltmeister mit dem Freiburger Physiotherapeuten Armin Brukner an der Rückkehr in den Rennsattel. Nach zwei Knieoperationen im Mai und August dieses Jahres will er das Radtraining demnächst wieder aufnehmen.