Verwirrung um Tennisturnier Schüttler dementiert Aus für Düsseldorf Open
Tennis-Star Becker im Rochusclub (1998, gemeinsam mit Doppelpartner Prinosil): Aus für die Düsseldorf Open
Foto: picture-alliance / dpaHamburg - Aus für die Düsseldorf Open: Nach vergeblicher Sponsorensuche hat der Rochusclub das Ende des Tennisturniers verkündet. In einer offiziellen Pressemitteilung hieß es, die Rochus Turnier GmbH sowie die Lizenzinhaber Rainer Schüttler und Ion Tiriac hätten sich entschieden, aus wirtschaftlichen Gründen "einen Schlussstrich zu ziehen".
Allerdings widersprach Mitveranstalter Schüttler der Mitteilung kurze Zeit später. "Eine Entscheidung, wo das Turnier ausgetragen wird, fällt Mitte November durch die Gremien der ATP-Tour - und nicht jetzt", sagte der Ex-Profi dem Internetportal "tennisnet.com" und klagte: "Die Öffentlichkeit wird nicht richtig über den Stand der Dinge informiert."
Laut Zeitungsberichten aus der Schweiz soll das Turnier im kommenden Jahr in Genf ausgetragen werden. Schüttler erklärte allerdings gegenüber dem Internetportal, dass das Turnier durchaus in Düsseldorf ausgetragen werden könne, sofern sich in den nächsten beiden Wochen noch ein finanzkräftiger Sponsor finde.
Kohlschreiber gewann das Turnier im Frühjahr
Der Düsseldorfer Rochusclub war von 1978 bis 2012 Gastgeber der ATP-Mannschafts-Weltmeisterschaft gewesen. Vor zwei Jahren entschied sich der Klub am Rolanderweg, den Vertrag für die Nationen-WM nicht zu erneuern und erhielt eine reguläre ATP-Lizenz für die Durchführung eines Einzelturniers der 250er-Kategorie. Diese Lizenz verkaufte der Rochusclub damals an den früheren Weltklassespieler Schüttler und an Tiriac, den einstigen Manager von Boris Becker.
Bereits nach dem vorerst letzten Turnier im Mai hatte Turnierdirektor Dietloff von Arnim darauf hingewiesen, dass man unbedingt einen Titelsponsor finden müsse, um die Veranstaltung retten zu können. Gespräche mit mehreren Interessenten verliefen bislang allerdings erfolglos.
Der Deutsche Philipp Kohlschreiber war Sieger bei der vorerst letzten Austragung des Sandplatzturniers im Frühjahr, das in diesem Jahr mit insgesamt 426.605 Euro dotiert war. Der Nationenwettbewerb hatte bereits in den letzten Jahren vor seiner Einstellung unter der Abwesenheit der Top-Spieler gelitten. Gastgeber Deutschland war bei der inoffiziellen Mannschafts-WM mit fünf Siegen (1989, 1994, 1998, 2005 und 2011) der erfolgreichste Teilnehmer. Je viermal triumphierten die USA, Argentinien, Schweden und Spanien. Letzter Titelträger war 2012 Serbien geworden.