Tennis: Boris Becker soll Rothenbaum-Turnier retten - DER SPIEGEL
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Tennis Boris Becker soll Rothenbaum-Turnier retten

Der Deutsche Tennis-Bund (DTB) hat mit Boris Becker einen Vertrag geschlossen. Beckers Vermarktungsagentur BCI soll die Existenz des einzig verbliebenen Turniers am Hamburger Rothenbaum sichern.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - "Nach mehreren konstruktiven Gesprächen haben wir eine Einigung erzielt. Es ist ein entscheidender Schritt zur Sicherung des Tennis-Standorts Hamburg", sagte DTB-Präsident Georg von Wadenfels. "Boris Becker ist der international renommierteste deutsche Tennisspieler. Ich bin froh, dass er sich bereit erklärt hat, mit dem DTB zusammen alle Gewichte in die Waagschale zu werfen, damit wir in Hamburg auch weiterhin Weltklassetennis präsentieren können." Das Masters-Turniers der Herren am Rothenbaum ringt mangels Sponsoren und TV-Präsenz seit Wochen um sein Überleben.

Es ist vorstellbar, dass das rund 30 Millionen Euro teure, aber nur drei Wochen im Jahr genutzte Stadion am Hamburger Rothenbaum künftig "Völkl-Arena" heißt. Becker besitzt 50 Prozent der Anteile an Völkl Tennis und hatte kürzlich in Wimbledon angedeutet, dass sich das Problem des fehlenden Hauptsponsors bald lösen könnte: "Ich habe da was in der Hinterhand." Das Turnier müsse einen "Eventcharakter haben, die Leute wollen was erleben", sagte Becker, der "etliche konkrete Pläne im Kopf" hat.

Die rechtlichen Grundlagen zur Mehrfachnutzung der Rothenbaum-Anlage über die derzeit wegen Anwohnerprotesten nur möglichen drei Wochen hinaus werden im Hamburger Senat gerade vorbereitet. Spätestens bis April 2003, wenn das NOK über den deutschen Olympiabewerber für 2012 entscheidet, soll das Thema vom Tisch und damit die Voraussetzung zum weiteren Ausbau der Anlage geschaffen sein. Auch Gespräche mit den öffentlich-rechtlichen TV-Sendern laufen offenbar erfolgversprechend.

Becker und BCI wollen mit einem neuen Event- und Medienkonzept an den Markt gehen, dabei wird Becker sich selbst aktiv einbringen. "Wir haben Ideen und Vorstellungen, wie das Turnier durch neue Konzepte und Strukturen wieder für Sponsoren und Partner attraktiv werden kann", sagte der 34-Jährige, der sich auf die Zusammenarbeit mit dem bisherigen Turnierdirektor Walter Knapper freut, "seine Erfahrung ist für mich enorm wichtig, er wird mir mit Rat und Tat zur Seite stehen."

Man könne, so Becker, allerdings keine Erfolgsgarantie abgeben: "Wir können nur versprechen, uns mit allen Mitteln und Möglichkeiten für Hamburg stark zu machen."