Tennis: Der "Sandgott" siegt am Rothenbaum - DER SPIEGEL
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Tennis Der "Sandgott" siegt am Rothenbaum

Als erster Brasilianer hat Gustavo Kuerten am Sonntag das ATP-Turnier am Hamburger Rothenbaum gewinnen können. In einem Fünf-Satz-Match rang der 23-Jährige den Russen Marat Safin nieder.
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Hamburg - Kuerten schaffte gegen Safin in seinem dritten Finale der neuen Masters Tennis-Serie den ersten Turniersieg, den er mit Platz zwei der Weltrangliste und dem stattlichen Preisgeld von 400 000 Dollar feierte. Mit 6:4, 5:7, 6:4, 5:7, 7:6 (7:3) nach einem Marathon-Match von 3:51 Stunden setzte sich der French-Open-Gewinner des Jahres 1997 gegen den wieder einmal unbeherrschten Heißsporn aus Russland durch, der die neue Nummer neun im so genannten Champions Race ist. Der Schwede Magnus Norman verteidigte die Spitze mit 41 Punkten Vorsprung trotz seiner Viertelfinal-Niederlage gegen Hamburg-Champion Kuerten.

"Aller guten Dinge sind drei", sagte der 23-jährige Kuerten. Der "Gott auf Sand", wie ihn der Rumäne Andrei Pavel nach der 3:6, 3:6-Lehrstunde im Halbfinale taufte, ließ sich von einem Durchhänger im zweiten Satz nicht beirren und holte seinen insgesamt siebten Turniersieg. Der temperamentvolle Russe war zufrieden, auch wenn er im vierten Vergleich erstmals verloren hatte: "Ich habe hart gearbeitet und bin froh, mein Spiel wiedergefunden zu haben."

Im dritten Finale innerhalb von vier Wochen reichte es für Safin nicht zum dritten Titel des Jahres nach Barcelona und Mallorca. Doch der 20-Jährige ist wie sein Kontrahent glänzend vorbereitet für die in einer Woche beginnenden French Open (29. Mai bis 11. Juni). "Wir können beide auch dort ins Finale kommen", meinte Safin und fügte kleinlaut hinzu: "Aber ich ziehe es vor, ein Niemand zu sein."

Der in Monaco lebende Safin ist seit der Zusammenarbeit mit dem früheren Rothenbaum-Finalisten Andrej Tschesnokow zwar nicht mehr der Racket zertrümmernde Rüpel früherer Tage, doch ein rein auf Erfolg programmierter Profi ist er noch lange nicht. Beim Stand von 2:2 im dritten Satz schmetterte er den Ball in die mit 13.500 Zuschauern vollbesetzten Ränge, kassierte dafür einen Strafpunkt und schenkte dem deutschstämmigen Kuerten das vorentscheidende Break.