Tennis Die "Schöne" trifft das "Biest"
Hamburg - Anna Kurnikowa hat das Viertelfinale beim WTA-Turnier am Hamburger Rothenbaum erreicht. Die 19 Jahre alte Russin setzte sich souverän mit 6:3, 6:0 gegen die Französin Sarah Pitkowski durch. Damit kommt es am Freitag bei der mit 535.000 Dollar dotierten Veranstaltung in der Runde der letzten Acht zum brisanten "Traumduell" mit der topgesetzten Martina Hingis. Die beiden haben nach Differenzen im letzten Jahr ihre erfolgreiche Partnerschaft im Doppel aufgegeben.
Auch wenn sie nicht die gleiche Aufmerksamkeit wie die "schöne Anna" genießen, dürfen die zwei im Turnier verbliebenen deutschen Damen mit ihren Auftreten zufrieden sein. Mit erfrischendem Selbstbewusstsein wandelt Anke Huber am Rothenbaum auf den Spuren von Steffi Graf und konnte sich wie Andrea Glass für das Viertelfinale qualifizieren. Bei sommerlichen Temperaturen fegte die 25-Jährige beim 6:1, 6:3 Sabine Appelmans aus Belgien förmlich von der roten Asche und durfte zu Recht über das ganze Gesicht strahlen. "Dass ich die engen Ballwechsel gewonnen habe, war heute das Beste", freute sich Huber. Auf dem Nebenplatz geizte auch Hubers Fedcup-Kollgein Glass nicht mit ihrem Können. Die Düsseldorferin schaltete überraschend glatt mit 7:6 (7:5), 6:3 die Russin Tatjana Panowa aus und zog bei dem mit 535.000 Dollar dotierten Turnier ebenfalls in die Runde der letzten Acht ein.
Auf dem Weg zum angestrebten ersten Rothenbaum-Titel kämpft Huber im Jahr eins nach der sechsfachen Hamburg-Siegerin Steffi Graf am Freitag gegen Qualifikantin Lubomira Bachewa aus Bulgarien oder Conchita Martinez zunächst um den Einzug in ihr drittes Halbfinale nach 1992 und 1995. Die Chancen stehen nicht schlecht, denn gegen die Weltranglisten-Achte aus Spanien hat Anke Huber nicht nur eine positive Match-Bilanz, sondern auch in der Vorwoche beim Fedcup dank einer Weltklasse-Leistung gewonnen.
Andrea Glass bekommt es mit Publikums-Liebling Arantxa Sanchez-Vicario zu tun. Die dreimalige Siegerin aus Spanien bezwang im spanischen Vergleich Magui Serna mit 6:3, 7:6 (7:3). Für die Weltranglisten-248. Andrea Glass ist der Siegeszug in Hamburg wie Balsam auf den frischen Fedcup-Wunden. "Sie hat es verdient: sie hat eine schwere Zeit hinter sich", meinte Anke Huber, die in Bari die Kastanien aus dem Feuer holte, während die 23-Jährige kein Match gewinnen konnte. Dennoch bekam Andrea Glass, die neun Monate wegen des Pfeifferschen Drüsenfiebers hatte pausieren müssen, eine Wildcard und zahlte das Vertrauen zurück.