Tennis: Federer macht Traumfinale bei den French Open komplett - DER SPIEGEL
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Tennis Federer macht Traumfinale bei den French Open komplett

Bei den French Open steigt das Traumfinale: Nach Vorjahressieger Rafael Nadal ist auch Roger Federer in das Endspiel von Paris eingezogen. Der Schweizer gewann im Halbfinale gegen Novak Djokovic, beendete dessen Erfolgsserie - und träumt nun vom nächsten Grand-Slam-Triumph.
Tennisprofi Federer: Sieg über Seriengewinner Djokovic
Tennisprofi Federer: Sieg über Seriengewinner Djokovic

Tennisprofi Federer: Sieg über Seriengewinner Djokovic

Foto: Matthew Stockman/ Getty Images
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Hamburg - Djokovic kassierte mit dem 6:7 (5:7), 3:6, 6:3, 6:7 (5:7) gegen Federer die erste Niederlage in diesem Jahr nach zuvor 41 Siegen. Damit verpasste der 24-Jährige den Startrekord von John McEnroe aus dem Jahr 1984 - und den Sprung an die Weltranglistenspitze.

Federer hingegen hat bei den French Open zum fünften Mal in seiner Karriere das Finale erreicht. Der Schweizer gewann das hochklassige Halbfinale am Freitagabend verdient und trifft im Endspiel von Paris am Sonntag (15 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) auf Rafael Nadal. Der Spanier hatte zuvor den Briten Andy Murray ausgeschaltet.

Nach 3:39 Stunden verwandelte Federer seinen dritten Matchball mit einem Ass und schrie danach seine Freude heraus. Der Weltranglistendritte aus der Schweiz und der Serbe Djokovic (Weltranglistenzweiter) zeigten Tennis auf allerhöchstem Niveau. Federer, der die bisherigen drei Duelle 2011 allesamt verloren hatte, nahm dem Serben gleich den Aufschlag ab. Doch Djokovic, der wegen der Verletzung des Italieners Fabio Fognini kampflos ins Halbfinale eingezogen war und dadurch vier Tage Pause hatte, ließ sich nicht beunruhigen und konterte mit einem Re-Break.

Die Entscheidung im ersten Satz musste im Tie Break fallen, den Federer nach 70 Minuten mit 7:5 für sich entschied. Djokovic zeigte sich sichtlich beeindruckt von der Galavorstellung des Gegner. Federer gewann den zweiten Satz 6:3. Doch Djokovic hatte seinen Traum vom Platz eins in der Welt noch nicht aufgegeben.

Der Davis-Cup-Sieger nahm Federer zu Beginn des dritten Abschnitts den Aufschlag ab und verkürzte nach 2:34 Stunden Spielzeit mit einem Ass auf 1:2-Sätze. Im vierten Durchgang ging der Weltklasse-Schlagabtausch weiter. Zum 5:4 schaffte Djokovic das Break und schien eine Verlängerung am Samstag zu erreichen. Doch Federer konterte erneut und entschied die Partie schließlich im Tie Break für sich. "Ich denke, ich habe Rafa ein schönes Geburtstagsgeschenk gemacht", sagte Federer nach seinem Gala-Auftritt. "Es war ein fantastisches Spiel".

Nadel wäre bei einem Finalsieg Rekordgewinner der French Open

Zuvor hatte sich Rafael Nadal an seinem 25. Geburtstag mit dem Finaleinzug beschenkt. Der Titelverteidiger besiegte in einem zeitweise hochklassigen Halbfinale den Schotten Andy Murray 6:4, 7:5, 6:4. Nach 3:17 Stunden verwandelte der Spanier seinen ersten Matchball und ging vor Freude in die Knie. Murray konnte nur drei seiner 18 Breakbälle nutzen - zu wenig, um erstmals ins Endspiel von Paris einzuziehen.

"Ich bin sehr glücklich, wieder im Finale zu stehen. Es ist das wichtigste Turnier für mich. Ich habe ein gutes Match gespielt, aber die Bedingungen waren wegen des Windes nicht einfach", sagte Sandplatzspezialist Nadal. Gegen Murray begann er hochkonzentriert und ging im ersten Satz dank zweier Breaks 5:1 in Führung. Danach kam der Schotte besser ins Spiel und lockte seinen Kontrahenten immer wieder mit Stopps ans Netz. So konnte Murray noch einmal auf 4:5 verkürzen. Doch nach 62 Minuten verwandelte Nadal seinen dritten Satzball.

In der Folge zeigten beide Spieler vor 15.000 Zuschauern Schwächen beim Service und gaben jeweils zweimal ihren Aufschlag ab. Die Entscheidung im zweiten Durchgang fiel, als Nadal das Break zum 6:5 gelang. Auch danach bestimmte er das Spiel und erreichte sein insgesamt zwölftes Grand-Slam-Endspiel. Dort könnte er dann seinen zehnten Titel gewinnen.

Nadal baute mit diesem Erfolg seine Bilanz in Paris auf 44:1 Siege aus. Die bislang einzige Niederlage hatte er 2009 im Achtelfinale gegen Robin Söderling (Schweden) kassiert. Sollte der Spanier das Finale gewinnen und seinen sechsten Triumph bei den French Open feiern, würde er mit dem Schweden Björn Borg gleichziehen, der derzeit noch alleiniger Rekordsieger in Paris ist.

ham/chp/sid/dpa