Tennis Hingis stoppt Hubers Siegeszug
Hamburg - Die alte und neue Weltranglisten-Erste Martina Hingis hat den Siegeszug von Anke Huber gestoppt und ist in das Endspiel des WTA-Turniers in Hamburg eingezogen. Im Halbfinale der mit 535.000 Dollar dotierten Veranstaltung setzte sich die Schweizerin mit 6:3, 6:2 gegen die 25 Jahre alte Deutsche durch und erreichte damit zum dritten Mal nach 1995 und 1998 das Finale am Rothenbaum. Gleichzeitig löst die 19-Jährige nach fünf Wochen wieder Lindsay Davenport an der Spitze der Weltrangliste ab und bekam dafür nach dem Match noch auf dem Platz eine Torte mit einer "1" überreicht. Für Anke Huber endete mit der zehnten Niederlage im zwölften Duell gegen die Schweizerin eine Erfolgsserie, die sie wieder in unmittelbare Nähe der absoluten Weltspitze gebracht hat. Zuvor war sie in elf Partien auf Sandplatz in diesem Jahr ungeschlagen. Die Badenerin nahm ihre Niederlage mit Fassung. "Ich habe die Woche über gut gespielt, heute nicht so. Ich habe viele Chancen gehabt, die ich nicht genutzt habe. Ich war schon ein wenig müde, und wenn man gegen Hingis nicht hundert Prozent geben kann, verliert man", so Huber. Am Montag wird sie sich im Computer-Ranking der WTA wieder auf Platz elf verbessern. Für ihre dritte Halbfinalteilnahme in Hamburg kassiert die Karlsdorferin ein Preisgeld von 21.750 US-Dollar.
Hingis, die Huber bereits 1995 als 14-Jährige in der Vorschlussrunde in der Hansestadt schlagen konnte, hat bereits 43.500 Dollar für die Endspielteilnahme sicher. Die zweite Finalistin ermittelten anschließend die dreimalige Hamburg-Siegerin Arantxa Sanchez und Amanda Coetzer aus Südafrika, die am Freitag die Titelverteidigerin Venus Willams bezwungen hatte. Die Siegerin des Turniers kassiert 87.000 Dollar.
Anke Huber zeigte in dem Match vor rund 8000 Zuschauern ihre gute Form der letzten Wochen. Vor allem im ersten Satz dominierte sie das Match phasenweise. So schaffte sie nach einem 1:3-Rückstand das sofortige Rebreak "zu Null". Hingis war nur Nuancen stärker, etwas routinierter und glücklicher. So bekam sie im Spiel zum vorentscheidenden Break zur 5:3-Führung zwei Punkte durch einen Platzfehler und durch einen Doppelfehler der Deutschen "geschenkt".
Huber kämpfte, stets unterstützt von den Fans, wie eine "Löwin". Die leichte Achillessehnen-Reizung, wegen der sie sich von Turnierarzt Dr. Bernd Kabelka behandeln ließ, schien sie nicht ernsthaft zu behindern. Nach dem Dauerprogramm der letzten Wochen war allerdings am Ende "der Akku" bei ihr leer. Martina Hingis, die ihr erstes Turnier auf Sand bestritt, hatte stets etwas mehr zuzusetzen, nahm Huber im Schluss-Satz zweimal das Service ab und beendete die Partie mit dem ersten Matchball als verdiente Siegerin.