Tennis-Masters-Cup Agassi strauchelt im Saison-Endspurt
Schanghai - Andre Agassi hat den Kampf um die Nummer eins im Herren-Tennis anscheinend aufgegeben. Obwohl der Spanier Carlos Moya am Mittwoch die Hoffnungen des Amerikaners im Champions Race mit einem so nicht erwarteten 6:4, 7:5-Sieg über Lleyton Hewitt aufrechterhalten hat, konnte Agassi keinen Nutzen daraus ziehen. Der Ehemann von Steffi Graf hatte zuvor in seinem Auftaktmatch eine überraschende 5:7, 1:6-Niederlage gegen den starken Tschechen Jiri Novak kassiert.
Agassi kann das Champions Race nur noch für sich entscheiden, wenn er die mit 3,75 Millionen Dollar dotierte Veranstaltung in Schanghai gewinnt und Hewitt spätestens im Halbfinale ausscheidet. Moya hat sich hingegen als erster der acht angetretenen Spieler für die Runde der letzten vier qualifiziert.
"Ich habe den Sieg heute nicht verdient", stellte Agassi anschließend zerknirscht fest. "Ich habe mein Bestes gegeben und wurde besiegt. Jiri hat sich am Ende des ersten Satzes enorm gesteigert und ich habe darauf keine Antwort gefunden." Ob Agassi sich nun für die anstehenden Partien gegen Juan Carlos Ferrero (Spanien) und Roger Federer (Schweiz) ausreichend motivieren kann, ist fraglich. Der Amerikaner, der von den Chinesen wie ein Rockstar gefeiert wurde und beim Hemdwechsel für ein Raunen in der Halle gesorgt hatte, hat angedeutet, dass es ihm schwer falle nach Niederlagen wieder den Kopf frei zu bekommen. "Wenn ich einmal verloren habe, habe ich eigentlich nichts mehr bei einem Turnier verloren", gab er zu.
Marat Safin vor dem Aus
Dabei war Agassi voller Tatendrang in sein erstes Spiel gegangen und führte im ersten Satz schnell mit 4:1 und 5:2 über Novak, der sich aber von der Gala-Show Agassis nicht irritieren ließ und die Ruhe bewahrte. Als dem Tschechen beim Stande von 5:4 für Agassi auch noch ein Break gelang, war es um die Widerstandskraft des Amerikaners geschehen. Elf der folgenden zwölf Spiele gab der Amerikaner ab. Novak spielte phasenweise brillant, Agassi allerdings ließ sichtbare Gegenwehr vermissen. Da halfen auch die Poster der chinesischen Fans nicht, die Agassi noch als langhaarigen Jüngling zeigten und die immer wieder zur Aufmunterung geschwenkt wurden.
Auch Hewitt startete in seinem Match gegen Moya stark und ging schnell mit 3:0 in Führung. Doch mehr als ein kurzes Strohfeuer war dieser Auftakt nicht, denn Moya wurde immer stärker und brach mit einem Break zum 3:2 im zweiten Satz den Widerstand der Nummer eins im Champions Race endgültig. In der dritten Partie des Tages schlug der Spanier Albert Costa Marat Safin in drei Sätzen mit 3:6, 6:4 und 6:3. Der Russe hat nun nur noch eine theoretische Chance auf das Erreichen der Vorschlussrunde.