Tennis-Masters Federer demütigt Gaudio
Schanghai - Wimbledonsieger Federer schlug den argentinischen Sandplatzspezialisten Gaudio in nur 49 Minuten mit 6:0, 6:0 und sorgte damit für den deutlichsten Erfolg in der 35-jährigen Masters-Geschichte. Nalbandian ließ dem Russen Nikolai Dawydenko beim 6:0, 7:5 kaum eine Chance.
Federer, der vor dem Masters wegen einer Bänderverletzung einen Monat lang pausiert hatte, tankte durch das "perfekte Match" noch mehr Selbstvertrauen für das Finale am Sonntag. "Ich habe fantastisches Tennis gespielt. Es hätte nicht besser laufen können", erklärte der Schweizer zufrieden.
"Ich habe heute gegen den besten Spieler der Geschichte verloren", sagte Gaudio zu seinem übermächtigen Gegner. "Dennoch gibt es keine Ausreden. Ich entschuldige mich bei den Zuschauern." Nach dem schnellen Verlust des ersten Satzes war der an Nummer sieben gesetzte French-Open-Champion von 2004 sichtlich geschockt und wurde im zweiten Durchgang förmlich überrollt.
Damit kann Federer auf dem Weg zum 12. Turniersieg der Saison nur noch von David Nalbandian gestoppt werden. Der 23-Jährige gewährte Dawydenko im ersten Satz ebenfalls keinen Spielgewinn, ließ im Gegensatz zum Schweizer aber im Anschluss Gnade walten.
Im Falle eines Erfolges würde Federer die Masters-Trophäe als dritter Spieler nach Ilie Nastase (Rumänien/1971-73) und Ivan Lendl (Tschechien/1985-87) dreimal hintereinander gewinnen und zudem mit 82 Siegen bei lediglich drei Niederlagen den Saisonrekord des Amerikaners John McEnroe von 1984 einstellen.