Tennis: Millionenklage gegen Thomas Haas - DER SPIEGEL
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Tennis Millionenklage gegen Thomas Haas

Sportlich läuft es für Thomas Haas derzeit überhaupt nicht. Nun hat der deutsche Tennisprofi auch noch ein Gerichtsverfahren am Hals.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

London - Die Mäzene, die dem gebürtigen Hamburger vor Jahren die Tennis-Ausbildung in Florida finanziert haben, fordern mehr als eine Million Mark. Beim Landgericht München haben die 15 Anleger der 1990 gegründeten "ToSa Tennistalentförderung GmbH & Co. KG" Klage eingereicht und per gerichtlichem "Arrestbefehl und Pfändungsbeschluss" Gelder aus Werbeeinnahmen sowie Preis- und Antrittshonorare sperren lassen.

Nach einem Bericht des "Stern" hat der 23-Jährige die Überweisungen an seine Förderer eingestellt, die von 1990 bis 1995 insgesamt 750.000 Mark gezahlt hatten. Laut Vertrag sollten die Finanziers 15 Prozent aller Einnahmen des Tennisprofis bis zum Ende des Jahres 2004 einstreichen.

Angefangen hatte alles mit der von Vater Peter Haas gegründeten "TOSA Tennisprojekt". Die Abkürzung steht für dessen Kinder Thomas und Sabine. Die Schwester des nominell besten deutschen Tennisprofis, der beim Turnier in Wimbledon in der ersten Runde verletzungsbedingt aufgegeben hatte, hat den Weg in die Tennis-Weltspitze nicht geschafft.

Vater Haas verweist auf den Anwalt

Seit einigen Jahren wirft das "Unternehmen Thomas Haas" Profit ab. Dennoch warteten die Investoren offenbar vergeblich auf ihr Geld. "Ich wusste gar nichts davon", sagte Peter Haas in Florida und verwies auf den Anwalt der Familie.

Jurist Georg Stock begründete den Zahlungsstopp damit, dass das Finanzierungsmodell "ein Verstoß gegen die guten Sitten" sei und an "römische Sklavenmärkte" erinnere. Die Investoren seien keine Talentförderer, sondern Spekulanten. "Hier wird das Anstandsgefühl grob verletzt", sagte der Jurist und fordert die Rückzahlung aller bereits erfolgten Zahlungen.

Ärger bei den Investoren

Auf rund 70.000 Mark hätte sich jeder einzelne Investor freuen dürfen, doch Papa Haas ließ die Zahlungen sperren. "Bis jetzt habe ich erst 40.000 Mark erhalten", erklärt Michael Commandeur, einer aus dem Kreis der 15, zu denen auch "Focus"-Chefredakteur Helmut Markwort gehört.

Commandeur wird besonders ärgerlich, wenn er und seine Mitstreiter als Spekulanten mit Spielermentalität bezeichnet werden: "Wir haben damals gutgläubig in einen Jungen investiert, von dessen Kaliber Tausende in Deutschland rumliefen. Die Chance, Geld wiederzukriegen, war rechnerisch gleich Null, aber wir wollten ihm helfen."