Tennis-Randale Höchststrafe für Rios
Hamburg - Die Spielervereinigung ATP hat den chilenischen Tennisprofi Marcelo Rios am Rande des Masters-Turniers in Hamburg wegen "eines Sportlers unwürdigen Verhaltens" zu einer Geldstrafe von 10.000 US-Dollar, umgerechnet rund 22.000 Mark, verurteilt. Die ATP sprach damit die nach den Statuten höchstmögliche Strafe aus.
Bei der Spielerparty des Masters-Turniers in Rom hatte sich Rios etliche, von der ATP allerdings nicht näher bezeichnete Ausraster geleistet und war schließlich von der Feier ausgeschlossen worden: "Wir haben ihn wegen unsportlichen Verhaltens bestraft, weil wir die Players-Party als Teil des Turniers betrachten", meinte ATP- Mitarbeiter Nicola Arzani am Freitag.
Nach dem Rauswurf von der Spielerparty, der so genannten "Player's night", hatte Rios richtig losgelegt und sich zu einer ausgedehnten Kneipentour aufgemacht. Stark angetrunken soll der Chilene auf einen Taxifahrer und zwei Polizisten losgegangen sein. Mittlerweile scheint der 25-Jährige wieder zur Vernunft gekommen zu sein: "Es sind Dinge passiert, die ich besser verhindert hätte. Aber jetzt ist es eben so gekommen und das einzige, was ich tun kann, ist nach vorne zu schauen."
Die Zechtour endete in der Ausnüchterungszelle
Der ehemalige Weltranglistenerste konnte erst nach einer wüsten Schlägerei von den Beamten überwältigt und in eine Ausnüchterungszelle verfrachtet werden. Die beiden italienischen Polizisten haben Anzeige wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt erstattet.
"Sobald die Polizisten genauere Angaben eingereicht haben, wird Rios über seinen Anwalt darüber informiert, wie es weitergeht. Das bedeutet aber nicht, dass er in Rom vor Gericht erscheinen muss. Es reicht, wenn er von seinem Anwalt vertreten wird", erklärte ein Sprecher der römischen Polizei.