Tennis: Roddick prescht nach vorne - DER SPIEGEL
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Tennis Roddick prescht nach vorne

Ein 18-Jähriger katapultiert Pete Sampras aus dem Masters-Turnier in Miami und lässt für die Zukunft Größtes erwarten.
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Miami - Als Andy Roddick in seinem Drittrundenspiel gegen Pete Sampras den Matchball zum 7:6 (7:2), 6:3 verwandelt hatte, reckte er kurz den rechten Zeigefinger in die Luft, trabte zum Netz und zog vor dem obligatorischen Handschlag ehrfürchtig seine Baseballkappe vom Kopf. "Es war mehr als eine Geste", gab der 18-Jährige anschließend zu: "Pete Sampras ist mein Idol, der beste Tennisspieler aller Zeiten. Ich habe unendlich viel Respekt vor ihm."

Auf dem Platz war davon nicht viel zu sehen. Der 1,85 Meter große Jungspund, der vor einem Jahr sein erstes Turnier als Professional gespielt hatte, schlug Sampras die bis zu 220 Stundenkilometer schnellen Bälle um die Ohren. Die Aufschläge des einstigen Weltranglistenersten returnierte Roddick, als wäre dies ein Kinderspiel. "Das Ergebnis mag einige überraschen, mich nicht", erklärte Sampras, "Andy Roddick ist die Zukunft des US-Tennis. Er kann alle Rekorde brechen."

"Vielleicht ist es ein Fingerzeig für mich"

Dass Sampras selbst mit seinen 29 Jahren möglicherweise bald schon die Vergangenheit angehören könnte, deutete sich nach dem Match an, als er im Rahmen der Siegerehrung in die "Ruhmeshalle" von Miami aufgenommen wurde. "Diese Ehre wird ja eigentlich keinem aktiven Spieler zuteil", stellte Sampras fest: "Vielleicht ist es ein Fingerzeig für mich."

Bestärkt wird Andy Roddick, dessen ältester Bruder Lawrence als Wasserspringer zum US-Nationalteam gehörte, von seinem französischen Trainer Tarik Benhabiles. Der ehemalige Weltklasseprofi prophezeit seinem Schützling eine glorreiche Zukunft: "Andy hat keine Grenzen. Wenn er gesund bleibt und weiter so hart an sich arbeitet, wird er in spätestens zwei Jahren jedes Match gewinnen. Er wird die souveränste Nummer eins aller Zeiten sein."

Im Achtelfinale wartet Andrei Pavel

Zunächst muss er sich allerdings erst einmal gegen seinen Widerstand nächsten Gegner Andrei Pavel durchsetzen, ehe es im Viertelfinale möglicherweise Duell mit dem zwei Jahre älteren Australier Lleyton Hewitt käme. Zumindest ein Problem dürfte sich für Andy Roddick spätestens nach seinem Sieg gegen Sampras erledigt haben: "Als ich letzte Woche auf die Anlage wollte, haben mich die Ordner gefragt, auf welchem Platz ich als Balljunge eingesetzt bin."