Tennis: Roger Federer gewinnt Wimbledon - DER SPIEGEL
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Final-Triumph über Murray: King Roger kehrt auf den Thron zurück

Foto: Anja Niedringhaus/ AP

Wimbledon-Finale Federer triumphiert zum siebten Mal

Der neue Rasenkönig heißt Roger Federer: Der Schweizer hat das Finale des Tennisturniers in Wimbledon gewonnen. Er besiegte den Schotten Andy Murray in vier Sätzen und machte damit seinen siebten Triumph beim Grand-Slam-Turnier perfekt.
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Hamburg - Viele hatten ihn schon abgeschrieben, doch Roger Federer hat es wieder allen gezeigt: Der Schweizer hat das Finale des Tennisturniers in Wimbledon gegen den Schotten Andy Murray 4:6, 7:5, 6:3, 6:4 gewonnen. Damit feierte der 30-Jährige seinen siebten Triumph auf dem englischen Rasen.

"Das ist ein magischer Moment für mich", sagte Federer mit dem Pokal in der Hand: "Ich könnte nicht glücklicher sein. Ich hatte eine harte Zeit in den vergangenen Jahren. Dieser Sieg kommt zur richtigen Zeit."

Zu Beginn des Matches wirkte vor allem Federer nervös. Das Publikum machte es ihm nicht einfach. Es applaudierte bei jedem Punkt Murrays, als habe dieser das Spiel soeben für sich entschieden. Der Schweizer leistete sich ungewöhnlich viele Fehler und verlor den ersten Satz 4:6. Murray hingegen zeigte auch unter Druck starke Nerven und ein technisch feines Spiel.

Doch im zweiten Durchgang konnte Murray vier Breakbälle nicht nutzen; nach knapp zwei Stunden Spielzeit gelang Federer so der Ausgleich. Murray wirkte im zweiten Satz weniger entschlossen, gab bei eigenem Servicespiel mehrere "Big-Points" an den Schweizer ab. Murray präsentierte sich zu Beginn des dritten Satzes wieder stärker, doch dann musste der spanische Schiedsrichter Enric Molina die Partie wegen Regens unterbrechen.

Federer wieder Nummer eins der Welt

Nachdem das Match unter geschlossenem Dach wieder aufgenommen worden war, demonstrierte Roger Federer seine beeindruckende Klasse als Hallenspieler. Der Knackpunkt war der Break des Schweizers zum 4:2 im dritten Satz nach einem langen Aufschlagspiel von Murray. Federer beendete den Durchgang mit einem Ass zum 6:3.

Murray kämpfte während des gesamten Matches um jeden Ball, getragen von der beeindruckenden Heimkulisse. Bis zuletzt wollten die Fans die Hoffnung nicht aufgeben - doch nach 3:24 Stunden verwandelte Federer seinen zweiten Matchball zu seinem 17. Gand-Slam-Sieg.

"Ich habe in den vergangenen Partien mein bestes Tennis gespielt", urteilte Federer nach dem Match über sich selbst. Murray hingegen war die Enttäuschung deutlich anzusehen, er kämpfte während der Siegerehrung mit den Tränen. "Ich komme näher", warnte er seinen feiernden Gegner.

Federer hatte bereits 2003 bis 2007 und 2009 in Wimbledon triumphiert. Mit seinem erneuten Erfolg schließt er zu den bisherigen Rekordsiegern William Renshaw und Pete Sampras auf - und erobert sich außerdem erstmals seit Mai 2010 Platz eins der Weltrangliste zurück. Wenn am Montag seine 286. Woche an der Spitze des Rankings beginnt, ist er gemeinsam mit Sampras Rekord-Weltranglisten-Erster. "Es ist unglaublich: Sampras ist mein absoluter Held", sagte Federer.

Murray hatte seinerseits schon vor dem Finale britische Tennis-Geschichte geschrieben: Mit ihm stand erstmals seit 76 Jahren wieder ein Brite im Finale des prestigeträchtigsten Tennisturniers der Welt. Zuletzt hatte Fred Perry 1936 den Pokal ins Vereinigte Königreich geholt.

psk/dpa