Tennis Tommy Haas muss zittern
Paris - Tommy Haas hat beim mit 2,95 Millionen Dollar dotierten ATP-Turnier in Paris-Bercy das Halbfinale gegen den Franzosen Sebastien Grosjean mit 5:7, 4:6 verloren und muss in Sachen Masters Cup-Teilnahme nun auf die Schützenhilfe von Jewgeny Kafelnikow hoffen. Der an Nummer vier gesetzte Russe erreichte das Endspiel der neunten und letzten Station der Masters-Serie durch ein 6:1, 7:6 (8:6) gegen den Schweden Andreas Vinciguerra.
Hoffen auf Kafelnikow
Im Falle des 25. Turniersieges von Kafelnikow am Sonntag hätte
Haas das Ticket für das vom 12. bis 18. November stattfindende
Jahres-Abschlussturnier gelöst. Sollte Grosjean am Sonntag als
erster Franzose nach Guy Forget 1991 in Paris-Bercy triumphieren,
wäre er der achte und letzte Sydney-Teilnehmer.
Gegen Grosjean erwischte Tommy Haas, in den letzten Wochen
Turniersieger in Wien und Stuttgart sowie Halbfinalist in Moskau,
einen glänzenden Start und führte nach einem frühen Break scheinbar
sicher mit 5:3. Doch anschließend kam der vor dem deutschen
Daviscupspieler an Nummer sechs gesetzte Franzose immer besser ins
Spiel, gewann den ersten Durchgang mit 7:5 und lag seinerseits im
zweiten Satz mit einem schnellen Break stets in Führung.
Zuviele Fehler
Die Aufholjagd von Tommy Haas war schon deswegen wenig
erfolgversprechend, weil ihm während des 84-minütigen Matchs nicht
weniger als 31 unnötige Fehler unterliefen. Allerdings musste der
Hamburger zwischenzeitlich wegen einer Verletzung der rechten
Schlaghand vom Turnierarzt behandelt werden. Grosjean musste
lediglich viel Geduld zeigen und beendete das Match unter dem Jubel
seiner Anhänger mit einem As.
Qualifiziert für Sydney sind bereits Titelverteidiger Gustavo
Kuerten (Brasilien), Andre Agassi (USA), Lleyton Hewitt und Patrick
Rafter (beide Australien), Juan Carlos Ferrero (Spanien) und
Jewgeny Kafelnikow sowie mittels einer Wildcard Wimbledonsieger
Goran Ivanisevic (Kroatien). Möglicherweise werden in Sydney nach
dem Verzicht von Pete Sampras (USA) noch zwei weitere Plätze frei.
Andre Agassi, der wegen der Hochzeit mit Steffi Graf und der
Geburt seines Sohnes Jaden Gil bereits auf Paris verzichtete, wird
seinen Familienurlaub eventuell über das Saisonfinale hinaus
verlängern. Und Patrick Rafter ist wegen seiner chronisch lädierten
rechten Schulter derzeit kaum zu einem Start in der Lage.