Sensation in Stuttgart Tommy Haas schlägt Roger Federer
Roger Federer (l.) und Tommy Haas (r.)
Foto: Thomas Niedermueller/ Bongarts/Getty ImagesTommy Haas legte nach seinem Coup in Stuttgart tröstend seinen Arm um die Schulter von Top-Star Roger Federer. Er konnte es selbst nicht recht glauben, dass ausgerechnet er dem Schweizer Rekord-Grand-Slam-Sieger die Rückkehr auf die große Tennisbühne verdorben hat.
Mit dem überraschenden 2:6, 7:6 (10:8), 6:4 zog Haas - derzeit Nummer 302 der Weltrangliste - bei dem Rasen-Turnier ins Viertelfinale ein und fügte Federer eine empfindliche Niederlage bei. "Ich habe mich ein bisschen selbst geschockt", sagte der 39-Jährige. "Ich bin sprachlos. Gegen Roger zu spielen, ist immer etwas Besonderes. Es ist schwer, in Worte zu fassen", sagte Haas. "Man hat gesehen, dass bei uns beiden zeitweise die Nerven geflattert haben."
Thomas Haas: Comeback zur Abschiedstournee
Erstmals nach seinem Comeback im Januar nach einer langen Verletzungspause feierte der 39-jährige Haas zwei Erfolge nacheinander. Am Freitag kämpft er gegen den Hamburger Mischa Zverev bei dem mit 701.975 Euro dotierten Turnier um den Einzug in das Halbfinale. Neben Haas und Zverev steht auch Philipp Kohlschreiber unter den besten Acht.
Im Duell der beiden Altmeister hatte es im ersten Satz nach einem Sieg für den Schweizer ausgesehen. In der prallen Sonne auf dem erstmals mit fast 6000 Zuschauern gefüllten Center Court führte Federer zunächst souverän. Für den Deutschen war der Druck beim zweiten Serviceverlust zum 2:5 erneut groß. Nur vier Ballwechsel später war der erste Satz beendet. In 22 Minuten.
Haas wehrte sich im zweiten Durchgang mehr und vereitelte im Tie-Break gar einen Matchball des Schweizers. Mit seiner Familie im Rücken, Tochter Valentina war mit Haas' Schwiegermutter am Dienstag angereist, spielte der gebürtige Hamburger einen irrwitzigen dritten Satz. Nach 1:56 Stunden verwandelte er dann seinen zweiten Matchball.
"Ich bin nicht so geschockt, dass ich verloren habe. Ich wusste, dass ich gegen Tommy verlieren könnte", sagte Federer und lobte seinen Kumpel: "Er war zum Schluss auch besser. Wenn ich es jemandem gönne, dann Tommy."
Wie Haas erreichte auch Vorjahresfinalist Philipp Kohlschreiber (Augsburg) das Viertelfinale. Der 33-Jährige gewann gegen den US-Amerikaner Steve Johnson (Nr. 5) mit 7:6 (7:3), 5:7, 7:6 (8:6) und trifft entweder auf den Warsteiner Jan-Lennard Struff oder Wildcard-Starter Lucas Pouille (Frankreich/Nr. 4).