Terrorangst bei Olympia 2004 "Ein verlockendes Ziel"
Athen - Jaques Rogge, Präsident des Internationalen Olympischen Komitee (IOC), hat neuerliche Kritik an den Sicherheitsvorkehrungen bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen zurückgewiesen. "Die griechische Regierung hat ohne Zweifel die bestmöglichen Vorkehrungen für die Sicherheit getroffen. Deswegen bin ich zuversichtlich", sagte der Belgier.
Rogge reagierte damit auf einen Artikel der "Washington Post", in dem nach Geheimdienstberichten offenkundige Mängel am Sicherheitskonzept der Griechen offenbart wurden.
Wie das berichtete, gelang es einer als schwangere Frau getarnten Test-Agentin, die nachgebildete Sprengladung durch einen Sicherheitscheck zu schleusen. Vor einem Jahr war es möglich, eine Attrappe ungehindert auf einer Fähre zu installieren. Die US-Geheimdienstberichte bemängeln zudem eine unorganisierte Polizei, Schwächen in der maritimen Überwachung und eine mangelhafte Anti-Terror-Planung.
"Terroristen haben ihre Waffen schon aus Tennisschlägern, Golftaschen und Fußbällen gezogen", wird Louis Mizell, ehemaliger US-Agent und Geheimdienstanalytiker zitiert, "das internationale Publikum, unzählige symbolische Ziele, tausende Athleten und einfacher Zugang über die Grenzen und das Meer werden die Spiele 2004 zu einem sehr verlockenden Ziel machen." "Die Szenarien, die beschrieben werden, entbehren jeglicher Grundlage", erklärte der griechische Regierungssprecher Christos Protopasppas: "Wir machen weiter und werden die sichersten Olympischen Spiele der Geschichte organisieren."
Die griechische Regierung wird über 644 Millionen Euro in die Obhut der rund 500.000 Athleten und Zuschauer der Olympischen Spiele investieren. Zurzeit befinden sich Sicherheitskräfte aus Israel, Großbritannien, Deutschland und den USA in Griechenland, um die Kollegen in der Ausbildung zu unterstützen. Über 45.000 Menschen werden während der Spiele in Polizei, Militär, Feuerwehr oder privaten Sicherheitsdiensten beschäftigt sein.