Titelkampf: Klitschko kämpft um seinen Ruf - DER SPIEGEL
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Titelkampf Klitschko kämpft um seinen Ruf

Für Wladimir Klitschko geht es morgen gegen Schwergewichts-Weltmeister Chris Byrd um alles oder nichts. Bei einer Niederlage wäre die Karriere des Ukrainers wohl beendet. Doch daran denkt Klitschko überhaupt nicht. Er hat höhere Ziele.
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Mannheim - "Das ist mein wichtigster Kampf. Es gibt keine Gnade", trommelte Klitschko vor dem Duell gegen Byrd (ab 22.40 Uhr/ARD). Der US-Amerikaner hält dagegen: "Ich will beweisen, dass ich der Beste bin. Ich bin Champion seit 2002 und werde immer noch nicht von jedem respektiert", erklärte der IBF-Weltmeister.

Er wird versuchen, Klitschko, der in seinen letzten sieben Kämpfen neunmal zu Boden musste, früh zu attackieren, und hat, wie es dem Titelträger zusteht, den kleinsten Ring ausgesucht, der möglich ist. Klitschko soll nicht weglaufen können.

Doch trotz der beiden schweren K.o.-Niederlagen in den WM-Kämpfen gegen Corrie Sanders im März 2003 und 13 Monate später gegen Lamon Brewster ist der Ukrainer gegen Byrd bei den Buchmachern klarer Favorit. Mit Trainer Emanuel Steward hat er sich acht Wochen ím Trainingslager auf Mallorca vorbereitet. "Wladimir ist gereift. Er wird nach Punkten gewinnen. Auch ein K.o. ist möglich", sagte sein ehemaliger Coach Fritz Sdunek.

Bereits im Oktober 2000 hatte Klitschko den heute 35-Jährigen in Köln klar nach Punkten geschlagen und sich damit den WM-Gürtel der WBO erkämpft. Vor dem zweiten Duell gibt sich Byrd kämpferisch. "Man besiegt mich nicht zwei Mal. Ich bin seitdem viel selbstbewusster geworden", prophezeit er. "Klitschko ist fünf Jahre älter geworden. Ich bin fünf Jahre reifer und besser geworden." Das offizielle Wiegen jedefalls verlor Byrd. Der 2 Meter große Klitschko brachte 109,3 Kilogramm auf die Waage. Der Champion ist 15 Zentimeter kleiner und wiegt 12,5 Kilo weniger.

14.000 Zuschauer in der Mannheimer SAP-Arena werden zusehen, wenn Klitschko seinen 49. Profikampf (45 Siege) bestreitet. Die Halle war binnen weniger Stunden ausverkauft. Klitschko, der seine Profi-Karriere 1996 bei Universum in Hamburg begann, fühlt sich geehrt und zugleich auch verpflichtet. "Ich will versuchen, diese Anerkennung mit einem Sieg und einer guten Leistung zurückzuzahlen."

Der Kampf gegen Byrd (39 Siege, zwei Niederlagen, ein Remis) ist für ihn wegweisend, womöglich ist er seine letzte Chance. Doch der 30-Jährige träumt bereits von ganz großen Zielen: "Ich möchte alle Titel vereinigen." Die Champions der anderen Verbände sind derzeit Hasim Rahman (WBC), Sergej Ljachowitsch (WBO) und Nikolai Walujew (WBA).

pav/sid/dpa

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