Tour de France Der grüne Boonen
Tours - Der Quick Step-Profi setzte sich auf dem dritten Tour-Teilstück über 212,5 Kilometer zwischen La Châtaigneraie und Tours im Spurt nach 4:36:09 Stunden vor dem Österreicher Peter Wrolich vom Team Gerolsteiner durch, holte sich seinen 13. Saisonsieg und verteidigte das Grüne Trikot.Robbie McEwen vom Team Davitamon-Lotto erlebte einen unangenehmen Tag. Der Australier war eigentlich als Tagesdritter über den Zielstrich gesprintet, bekam aber von der Rennjury diesen Platz aberkannt und wurde ans Ende des Tagesklassements gesetzt. McEwen hatte im Schlussspurt seinen Konkurrenten Stuart O'Grady (Cofidis) nach einer handfesen Rangelei durch einen Kopfstoß behindert. Der eigentliche Vierte O'Grady rückte durch die Disqualifikation McEwens auf Platz drei vor.Titelverteidiger Lance Armstrong (Discovery Channel) und sein Herausforderer Jan Ullrich (T-Mobile) kamen im Hauptfeld ins Ziel. Der US-amerikanische Tourneuling David Zabriskie vom dänischen CSC-Team bleibt im Gelben Trikot und liegt mit zwei Sekunden Vorsprung vor Armstrong. T-Mobile-Profi Alexander Winokurow liegt 53 Sekunden zurück auf Rang vier, der Berliner Jens Voigt (CSC) liegt 1:04 Minuten zurück und ist als bester Deutscher Achter. Armstrong: Nichts als ÄrgerFür Armstrong reißt die Serie der Ärgernisse nicht ab. Der sechsmalige Tour-Sieger, der bereits am Freitag 24 Stunden vor dem Start als einziger Fahrer einer zweiten Dopingkontrolle unterzogen worden war, musste am Montag auch noch eine Geldstrafe zahlen. Weil sich der Texaner vor dem Start der dritten Etappe nicht rechtzeitig eingeschrieben hatte, musste er 100 Schweizer Franken (umgerechnet rund 65 Euro) bezahlen.Bereits am vergangenen Wochenende hatte der Discovery-Kapitän erfahren, dass er sich wegen Verleumdung im kommenden Jahr vor einem französischen Gericht verantworten muss. In dem Rechtsstreit geht es um Äusserungen Armstrongs über den italienischen Profi Filippo Simeoni.Jubelstimmung bei GerolsteinerBeim Team Gerolsteiner herrschte dagegen Jubelstimmung. Denn nach dem starken zweiten Platz von Wrolich kam als bester Deutscher Robert Förster auf Rang sechs. "Ich freue mich riesig, einmal das Glück gehabt zu haben, bei den besten Sprintern vorn dabei zu sein. Normalerweise kann ich selbst in bester Form nicht mit Boonen mithalten", sagte Wrolich, der eigentlich für den vermeintlich besseren Sprinter Förster gefahren war.Doch der junge Sachse kam im Finale nicht nach vorn. "Ich hatte leider keine freie Fahrt, auf den letzten 300 Metern war ich eingeklemmt. Pako Wrolich hat den Sprint gut für mich angefahren und dann durchgezogen, als ich nicht kam. Dafür ist er belohnt worden", sagte Förster.Auch im Kampf um die Bergwertung mischen die Gerolsteiner mit. Fabian Wegmann gewann den ersten von drei Bergpreisen (Kategorie 4) des Tages und sammelte die ersten drei Zähler für die Sonderwertung.Während sich die Mannschaften der Gesamtklassementfahrer um Armstrong und Ullrich zurückhielten, leisteten die Teams der Sprinter Maßarbeit. Erst zwei Kilometer vor dem Ziel beendeten sie einen Ausreißversuch einer dreiköpfigen Fluchtgruppe, die 183 Kilometer an der Spitze des Rennens gelegen hatte. Gegen Boonens kraftvollen Antritt waren Wrolich und Föster wie auch die anderen Sprinter allerdings chancenlos. "Ich hatte etwas Angst vor der langen Schlussgeraden. Aber als sich McEwen und O'Grady berührten, war bei ihnen der Schwung weg. Dann war für mich alles klar", sagte der Belgier.Die Tour wird morgen im 67,5 Kilometer langen Mannschaftszeitfahren von Tours nach Blois fortgesetzt.