Tour de Romandie Ullrich weit abgeschlagen
Hamburg - Ullrich konnte den schnellsten Fahrern beim letzten Anstieg 15 Kilometer vor dem Ziel nicht folgen und rollte mit einem Rückstand von 10:01 Minuten über die Ziellinie. "Es war heute sehr schwer. Ich habe mich durchgekämpft und mich der großen Gruppe angeschlossen. Die hat mich dann bis ins Ziel geschleppt", sagte der T-Mobile Kapitän. "Jetzt freue ich mich nur noch auf die warme Dusche. Mir tut alles weh außer dem Knie."
Auf den letzten 50 Kilometern hatte Ullrich mächtig die Zähne zusammenbeißen müssen und sich bei strömendem Regen im sogenannten "Gruppetto" der Zurückgefallenen in Richtung Zielort gequält.
Den Sieg auf der zweiten Etappe (171 Kilometer) sicherte sich Chris Horner vom Team Davitamon-Lotto nach einer Alleinfahrt auf den letzten Kilometern. Damit übernahm der Amerikaner auch die Führung im Gesamtklassement.
Die beiden bisher zeitgleich Führenden Paolo Savoldelli (Team Discovery) und Alejandro Valverde (Illes Balears) beschatteten sich bis auf die Zielgerade und konnten daher die Attacke des Amerikaners wenige Kilometer vor dem Ziel nicht kontern. Sie belegen mit nunmehr sieben Sekunden Rückstand auf Horner die Plätze zwei und drei. Der Deutsche Jörg Jaksche (Liberty Seguros) folgt mit elf Sekunden Rückstand auf Rang fünf.
Trotz des großen Zeitrückstandes würde Ullrich "voll im Plan" liegen, sagte sein Betreuer Rudy Pevenage. "Die letzten 50 Kilometer waren besonders hart. Aber es lief alles so, wie wir es geplant hatten, es ist alles gut", versicherte der Belgier. Das bisher lädierte Knie, weswegen Ullrich seinen Saisoneinstand verschieben musste, hätte ihm keine Probleme bereitet, sagte der Toursieger von 1997: "Mir tut alles weh außer dem Knie."
Am Mittwoch war Ullrich auf der ersten längeren Etappe mit dem Hauptfeld ins Ziel gerollt. Auf dem 3,4 Kilometer langen Prolog tags zuvor hatte er den 90. Rang belegt und dabei 26 Sekunden auf Tagessieger Savoldelli verloren. Das dritte Teilstück führt am Freitag über 164,6 Kilometer von Bienne zur harten Bergankunft nach Leysin, am Sonntag endet die Tour dann in Lausanne mit einem Zeitfahren über 20,4 Kilometer.
hut/dpa