Tour-Zoff Astana attackiert T-Mobile, UCI warnt
Hamburg - Astana-Manager Marc Biver hat heftige Kritik an T-Mobile-Radsport-Kommunikationschef Christian Frommert wegen dessen angeblichen Doping-Verdächtigungen geübt. "Frommert streut gezielt Gerüchte gegen Astana und Klöden in der deutsche Presse", sagte Biver. Der ehemalige T-Mobile-Fahrer Andreas Klöden hatte gestern beim Prolog der Tour den zweiten Platz herausgefahren. Frommert reagierte gelassen auf die Vorwürfe: "Die scheinen bei Astana etwas nervös zu sein und scheinen merkwürdige Meinungen über die deutsche Presse zu haben."
Nach einer Studie des Radsport-Weltverbandes UCI drohen der diesjährigen Tour de France mehrere Dopingfälle. Wie das Nachrichtenmagazin "Focus" berichtet, hat UCI-Chefmediziner Mario Zorzoli Managern und Betreuern von 20 Profiteams Auswertungen von Blutproben dieses Jahres vorgelegt. Dabei waren Werte von Fahrern aus Spanien, Portugal und Italien so auffällig, dass Blutdoping nahe liege.
Problematisch ist, dass diese Form des Dopings bisher kaum bewiesen werden kann. "Um zum Beispiel überhaupt eine Chance zu haben, Blutdoping nachzuweisen, muss man Blutprofile der Sportler erstellen. Dieses wird national und international noch nicht ausreichend gemacht", sagte Wilhelm Schänzer, Leiter des Instituts für Biochemie an der Sporthochschule Köln, dem Magazin.
Gerolsteiner-Teamchef Hans-Michael Holczer hatte jüngst die UCI dafür kritisiert, die Proben nur nach Nationen der Fahrer aufzuschlüsseln. "Man weiß nicht, welche Teams betroffen sind. Um Doping wirklich effektiv zu bekämpfen, müssen wir das erfahren", sagte Holczer. Bereits am Samstag hatte UCI-Chef Patrick McQuaid angekündigt, dass fünf Tour-Favoriten weiter unter besonderer Beobachtung des Weltverbandes stehen. Der Ire bestätigte zwar, dass die betroffenen fünf Fahrer auffällige Werte aufgewiesen hatten, allerdings seien die B-Proben alle negativ gewesen.
bri/dpa/sid