Triathlon: Triumph der Schweizerinnen - DER SPIEGEL
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Triathlon Triumph der Schweizerinnen

In einem packenden Finish hat die Schweizerin Brigitte McMahon die erste Triathlon-Goldmedaille in der Geschichte der Olympischen Spiele gewonnen. Sie siegte vor der großen Favoritin in dieser Disziplin.
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Sydney - Die erste Goldmedaille der XXVII. Olympischen Spiele war eigentlich für eine Athletin des Gastgeberlandes Australien bestimmt. 100.000 begeisterte Zuschauer waren in den Hafen und die Innenstadt Sydneys gekommen, um ihre Landsfrau, Top-Favoritin Michellie Jones, den Triathlon der Frauen gewinnen zu sehen - und fast wäre es auch so gekommen.

Nach 1,5 Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer Rad fahren und 10 Kilometer Laufen jedoch musste sich die zweimalige Weltmeisterin Jones wenn auch denkbar knapp geschlagen geben. In 2:00:40,52 Stunden verwies die 33-Jährige Schweizerin Brigitte McMahon die Lokalmatadorin mit zwei Sekunden Vorsprung auf den zweiten Platz. Bronze ging an die andere im Feld vertretene Schweizerin Magali Messmer (2:01:08,83). Beste deutsche Starterin war Anja Dittmer aus Neubrandenburg, die mit fast vier Minuten Rückstand auf die Siegerin abgeschlagen auf Rang 18 landete. Joelle Franzmann (Trier), die beim Wechsel auf die Laufstrecke noch geführt hatte, landete entkräftet auf dem 21. Platz. In Sydney werden erstmals im Triathlon olympische Medaillen vergeben.

Nach dem Schwimmen stieg Franzmann überraschend als Zweite aus dem 17 Grad kalten Wasser. Nach sechs Radrunden lag die deutsche Meisterin sogar in Führung. Doch auf den beiden Laufrunden wurde die 21-Jährige, die in den vergangenen Wochen wegen einer Wadenverletzung kein Lauftraining absolvieren konnte, dann durchgereicht. "Dann ging nix mehr", klagte Franzmann, die wegen einer Muskelentzündung in der Wade acht Wochen kein Lauftraining absolvieren konnte.

Den mehr als 100.000 begeisterten "Aussies" in der Innenstadt und am Hafen stockte der Atem, als Lokalmatadorin Jones und McMahon Seite an Seite auf die Zielgerade einbogen. Während die 33 Jahre alte Biochemikerin aus Baar bei Zug nach zwei Stunden Quälerei noch zulegen konnte, hatte Jones keine Reserven mehr. "Das war das Rennen meines Lebens. Ich bin überglücklich", stammelte die Überraschungssiegerin.

Die zwei Medaillen könnten der Schweiz einen ähnlichen Schub geben wie vor vier Jahren in Atlanta. Dort holten die Eidgenossen nach einem spektakulären Olympia-Start am Ende vier Mal Gold und drei Mal Silber. Die Australierin Jones präsentierte sich als faire Verliererin: "Die letzten 100 Meter werde ich mein Leben lang nicht vergessen. Die werden mir Albträume bereiten. Ich habe alles gegeben, doch dann haben meine Beine gesagt: Mehr geht nicht."