Turn-EM Hambüchen holt auch Boden-Gold
Hamburg - Fabian Hambüchen hat am Sonntag seinen glanzvollen Auftritt bei der Turn-Europameisterschaft in Mailand mit der Goldmedaille am Boden gekrönt. Einen Tag nach seinem Mehrkampf-Erfolg kam der 21-Jährige nach erneut bestechender Darbietung auf 15,45 Punkte und verwies seinen Teamgefährten Matthias Fahrig (15,40) auf Platz zwei.
Es war der erste EM-Sieg eines deutschen Turners seit 1985. Das deutsche Team verbuchte schon vor Abschluss der Finals das beste EM-Ergebnis seit 20 Jahren.
"Nach der Superübung von Matze wusste ich: Jetzt muss ich alles hinrotzen, damit es noch mit dem Titel klappt. Die Frage war nur: Er oder ich. Jetzt bin ich superglücklich, dass es die Plätze eins und zwei geworden sind", sagte Hambüchen. "Besser geht es nicht."
"Es gibt keine Tränen, nur Schweiß. Unsere Übungen waren fast gleichwertig, ein phantastisches Ergebnis", so Fahrig, der nach seiner Übung schon ein Tänzchen auf dem Podium hinlegte, weil ihm eine Medaille sicher war.
Vor zwei Jahren hatte er bei der EM in Amsterdam bereits Bronze gewonnen, war dann aber wegen Undiszipliniertheiten suspendiert worden und feierte nun eine begeisternde Rückkehr in die Mannschaft. "Ich hoffe, ich konnte jetzt mal beweisen, dass es nicht nur einen Top-Turner in Deutschland gibt", sagte Fahrig, der es anschließend auch in der Sprung-Konkurrenz auf das Podest schaffte. Am Ende reichte es hinter dem Franzosen Thomas Bouhail (16,325) und dem Rumänen Flavius Koczi (16,312) zu Bronze.
Diesen Rang belegte Hambüchen ebenfalls am Barren. Yann Cucherat aus Frankreich und dem Slowenen Mitja Petkovsek belegten die Plätze eins und zwei.