Turn-EM: Hambüchen holt Silber im Mehrkampf - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Turn-EM Hambüchen holt Silber im Mehrkampf

Ein Moment der Unachtsamkeit hat Fabian Hambüchen die Goldmedaille gekostet. Damit blieb ihm verwehrt, als erster deutscher Turner einen Mehrkampf-Titel bei einer Europameisterschaft zu gewinnen. Bei den Frauen verpasste die älteste EM-Debütantin nur knapp eine Medaille.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Amsterdam - Nach einem verunglückten Abgang vom Seitpferd konnte Hambüchen seine Führung nach drei von sechs Geräten nicht verteidigen und musste sich mit 89,675 Punkten und der Silbermedaille zufrieden geben. Der 19-Jährige verpasste damit die historische Chance, als erster deutscher Turner bei Europameisterschaften den Mehrkampf-Titel zu holen. Vor 2000 Zuschauern ging der Sieg an Maxim Dewiatowski aus Russland (90,250), Bronze holte sich sein Landsmann Juri Riasanow (89,000).

"Ich freue mich riesig, dass ich mich wieder als Mehrkämpfer beweisen konnte. Eine Zeitlang habe ich die Chance zum Sieg gewittert, aber ich bin mit der Silbermedaille sehr zufrieden", sagte Hambüchen. Am Pauschenpferd, seinem fünften Gerät, verließen den zweimaligen deutschen Mehrkampf-Meister am Ende die Kräfte, und er konnte die Übung nicht mehr sauber beenden.

Auch bei seiner abschließenden Ringe-Übung war er physisch nicht mehr auf der Höhe. Schon nach dem gestrigen Qualifikations-Wettkampf hatte er konditionelle Probleme. "Zwei komplette Mehrkämpfe in zwei Tagen sind schon sehr anstrengend", so Hambüchen, der morgen im Reck-Finale ein weiteres Mal um Edelmetall kämpft: "Da turne ich volles Risiko, anders habe ich keine Chance." Robert Juckel aus Cottbus belegte im Mehrkampf nach einer guten Gesamtleistung den 14. Platz (87,200 Punkte).

Oksana Chusovitina, älteste EM-Debütantin der Kunstturn-Geschichte, schrammte nur knapp an ihrer ersten Mehrkampf-Medaille für den Deutschen Turner-Bund (DTB) vorbei. Die 31-Jährige lag bis zur Schlussrunde noch auf Rang vier, doch nach einem Sturz vom Schwebebalken bedeuteten 57,450 Punkte am Ende nur den sechsten Platz. Weltmeisterin Vanessa Ferrari aus Italien sicherte sich bei den Frauen den Titel. Die 16-Jährige setzte sich vor 5000 Zuschauern im Rai-Center mit 61,975 Punkten am Ende deutlich vor der Rumänin Sandra Izbasa (59,900) und Alina Kozich aus der Ukraine (59,300) durch.

guv/sid