Turnen: Hambüchen fliegt zu EM-Gold - DER SPIEGEL
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Turnen Hambüchen fliegt zu EM-Gold

Er ist der jüngste Turner in der deutschen Riege - und der erfolgreichste. Florian Hambüchen hat zum Abschluss der Europameisterschaften in Debrecen mit einer sensationellen Kür die Goldmedaille geholt. Nicht nur den neuen Titelträger überraschte der Erfolg.
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Debrecen - "Was habe ich nur gemacht?", fragte Hambüchen, als er seinen nahezu perfekten Vortrag in den absolut sicheren Stand gebracht hatte. Ex-Weltmeister Eberhard Gienger, der gestern spontan nach Debrecen gereist war, schüttelte nur den Kopf: "Diese Nervenstärke, ein Wahnsinn!" Hambüchen ist der vierte deutsche Reck-Europameister, letzter deutscher Sieger an diesem Gerät war der Berliner Andreas Wecker 1992 in Budapest.

"Als ich 17 war, war ich stolz darauf, bei deutschen Jugendmeisterschaften meine Nerven einigermaßen im Zaum zu haben. Was Fabian in diesem Alter leistet, ist eigentlich unmöglich", sagte der einstige Weltklasseturner Gienger. "Dieses Finale war besser als das bei Olympia. Und der Junge geht einfach ans Gerät und gewinnt", ergänzte Cheftrainer Andreas Hirsch.

Fehlerfrei turnte Hambüchen die bisher beste Übung seiner Karriere und verwies mit 9,750 Punkten Olympiasieger Igor Cassina aus Italien (9,737) und den Ukrainer Waleri Gonscharow (9,687) auf die Plätze zwei und drei.

"Es geht langsam aufwärts, wir werden wieder wahrgenommen", erklärte DTB-Sportdirektor Wolfgang Willam vor dem dramatischen Reck-Finale. Auch Thomas Andergassen, der Vierter am Barren wurde und nur hauchdünn eine Medaille verpasste, unterstrich die neue Stärke der deutschen Mannschaft.