Tyson-Comeback: Kämpfe gegen den Schuldenberg - DER SPIEGEL
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Tyson-Comeback Kämpfe gegen den Schuldenberg

Er war der jüngste Schwergewichts-Boxweltmeister aller Zeiten, er biss Evander Holyfield ins Ohr und saß im Gefängnis. Morgen gibt der hoch verschuldete Mike Tyson nach anderthalb Jahren sein Comeback. Der Kampf soll jedoch nur Durchgangsstation sein – denn bald will Tyson Witali Klitschko vom Thron stoßen.
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Hamburg - "Witali Klitschko ist sein ultimatives Ziel", erklärte Tysons Trainer Freddie Roach in Louisville (Kentucky), wo sein Schützling in der Nacht auf den Briten Danny Williams trifft. Neben WBC-Champion Klitschko könne ein diszipliniert trainierender Mike Tyson alle aktuellen Weltmeister schlagen, so Roach weiter, "aber wir brauchen noch ein paar Kämpfe".

Gegen Williams, der von seinen bisher 34 Kämpfen 31 gewann (26-mal durch K.o), bestreitet der 37-Jährige seinen ersten Kampf seit 17 Monaten. Der Brite gilt zwar als perfekter Aufbaugegner, doch Tysons mangelnde Kampfpraxis könnte zum Problem werden. Zum bislang letzten Mal stand er im Februar 2003 im Ring - aber nur 49 Sekunden, dann war Gegner Clifford Etienne ausgeknockt.

"Ich bin bereit und freue mich auf den Kampf gegen Williams. Ich befinde mich in der Form meines Lebens", tönte "Iron Mike" gewohnt selbstbewußt. Doch die Zeiten, in denen er seine Gegner mit aggressiven Drohungen bereits vor der ersten Runde einschüchterte, sind vorbei. Zurückhaltend präsentierte sich der einst jüngste Schwergewichts-Weltmeister aller Zeiten in den Tagen vor dem Kampf.

Tyson kämpft am Samstag nicht nur gegen einen Mann im Ring, sondern auch gegen einen Schuldenberg, der größer als 38 Millionen Dollar sein soll. "Ich will das alles vergessen. Meine Zukunft sieht viel rosiger aus als meine Vergangenheit. Das Leben hat mir unbezahlbare Lehrstunden erteilt. Manchmal habe ich mich wie ein Idiot verhalten", sagte Tyson, der in seiner Karriere mehr als 300 Millionen Dollar verschleudert haben soll. Ein New Yorker Konkursgericht hatte Ende Juni einen Tilgungsplan bewilligt, nach dem der Ex-Champion in den kommenden zwei Jahren insgesamt siebenmal in den Ring steigen muss, um sich zu entschulden.

Witali Klitschko hat offenbar nichts dagegen, Tyson beim Schuldentilgen zu helfen. Der Ukrainer, der sich derzeit mit seinem Hamburger Promoter Klaus-Peter Kohl in einem Rechtsstreit über die Länge seines Vertrages befindet, aber noch in diesem Jahr wieder in den Ring steigen will, fiebert jedenfalls einem Duell mit Tyson entgegen: "Ich wollte schon immer gegen ihn kämpfen. Ich hoffe, dieser Traum wird sich bald erfüllen."