Ullrich-Anwalt Diestel "Wird kein Auspacken geben"
Hamburg - Diestel sieht keinen Grund für eine Doping-Beichte Ullrichs. "Ein Auspacken bei Jan Ullrich gibt es in diesem Sinne nicht", sagte Diestel dem ZDF-"Morgenmagazin". "Ullrich brauchte bei seinem großen Talent nicht zu dopen."
In der gleichen Sendung forderte der Anwalt, sich vom Rekorddenken im Profisport zu verabschieden. "Wir müssen begreifen, dass man nicht über die Pyrenäen mit 40 Stundenkilometern als Radfahrer fahren kann, nicht 250 Kilo ohne Stimulanzien hochheben kann", sagte Diestel im ZDF. Der Hochleistungssport sei ohne Doping nicht möglich. "Das sage ich, das sagen alle Trainer und das wissen auch alle Funktionäre."
Im Zusammenhang mit den Dopingvorwürfen gegen seinen Mandanten sehe er sich durch die Geständnisse anderer Radprofis der jüngsten Zeit "entlastet": "Denn wo ist da die Basis für Betrug, wenn das wohl, wie es die Herren Dietz und Henn dargestellt haben, bei Telekom gang und gäbe war?"
Ullrich sei von Strafverfahren bedroht und verhalte sich dementsprechend anders. Außerdem habe er als Hochleistungssportler "großes Vertrauen in die Teamleitung" gehabt. Der heute 33 Jahre alte Ullrich steht im Verdacht, in den Doping-Skandal um den spanischen Arzt Eufemiano Fuentes verwickelt zu sein. Die Bonner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ihn.
goe/AP/dpa