Unerwartet Epo-Test nach neuer Methode
Milwaukee - Dabei fuhr die ISU gleich einen harten Kurs und drohte im Fall der Verweigerung ein Startverbot an. Die Blutwerte von Titelverteidigerin Gunda Niemann-Stirnemann waren dabei vollkommen in Ordnung. Auch bei den niederländischen Titelaspiranten Rintje Ritsma, Ids Postma und Gianni Romme war alles im Normbereich.
Bei der Weltpremiere soll es sich um einen Test handeln, der weit über die bisher im Radsport und Skilanglauf angewandten Analysen hinausgeht. Die Methode wurde zufällig bei der Behandlung von Leukämie-Patienten in Oslo entdeckt. Der bisher gehandhabte Hämatokritwert von 50 als mögliches Indiz für Blutdoping soll nach den neusten Erkenntnissen der Vergangenheit angehören.
Das Blut der Aktiven wurde mit Hilfe eines neuen Apparates (Bayer Advia 120) analysiert. Jeder Sportler muss dabei fünf Milliliter abgeben. Das Gerät untersucht mehrere Parameter, unter anderem den Hämatokritwert und das Hämoglobin. Es soll dabei festellen können, ob jemand bei der Anzahl seiner roten Blutkörperchen künstlich mit EPO nachgeholfen hat. Der Apparat findet angeblich auch heraus, ob jemand von Natur aus einen höheren Hämatokritwert als 50 aufweist.
Die neue Methode wurde im vergangenen Dezember erstmals in Norwegen bei den nationalen Eisschnelllauf- und Skimeisterschaften gestestet. Ihre Urheber, die US-Physiologen Jim Stray-Gundersen und Joel Shobe, meinen, dass die bisher übliche Obergrenze von 50 aufgehoben werden kann. "Jemand mit einem natürlichen Hämatokritwert von 44, der beim Test 46 aufweist, fällt durch", erklärte Stray-Gundersen.
Noch kann die ISU aufgrund eines nicht vorhandenen Regelwerks keine Sperren aussprechen. "Wir sammeln hier erstmal Daten, um in Zukunft die Ergebnisse vergleichen zu können. Einen Sportler mit einem Hämatokritwert von 57 nehmen wir aber aus Gesundheitsgründen aus dem Wettbewerb", hieß es von Ärzteseite.