Universität Freiburg Dopingkommission vor dem Aus
Universität Freiburg: Dopingkommission soll aufgelöst werden
Foto: Patrick Seeger/ dpaDie Kommission zur Aufarbeitung der Dopingvergangenheit an der Universitätsklinik Freiburg steht vor dem Aus. Deren Vorsitzende, die Kriminologin Letizia Paoli, sieht ihre Arbeit blockiert, sie fühlt sich von der Uni-Leitung hintergangen. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Die neue Ausgabe finden Sie hier.)
Anlass ist ein Alleingang des Kommissionsmitglieds Andreas Singler. Der Sportwissenschaftler aus Heidelberg hatte Anfang März Details aus vertraulichen Dokumenten, die der Kommission zugänglich gemacht worden waren, veröffentlicht. Demnach sei, so Singler, im deutschen Profifußball "systematisch" gedopt worden, beim SC Freiburg und VfB Stuttgart.
Paoli sagt, sie habe von Singlers Vorpreschen nichts gewusst. Kommissionsmitglieder halten Singlers Einschätzung für eine Überinterpretation der Faktenlage. Für nächsten Donnerstag hat Paoli den Deutschen Fußball-Bund und die betroffenen Vereine zu einer Aussprache nach Freiburg eingeladen. Sie sei "bestürzt" gewesen, als sie erfuhr, dass Singler seine Teilnahme abgesagt hatte.
Der Streit zwischen Paoli, Singler und der Freiburger Uni-Leitung schwelt schon länger. Ein Vermittlungsversuch der baden-württembergischen Wissenschaftsministerin Theresia Bauer konnte die Differenzen nicht ausräumen.
Bei der Sitzung Ende Februar war herausgekommen, dass die Uni Singlers Honorar ohne Wissen Paolis auf 5000 Euro monatlich verdoppelt hatte. Zudem soll Singler einen Posten in der Forschungsstelle Sportmedizin bekommen. Das Rektorat betonte, es wehre sich gegen den Vorwurf, Singler beeinflussen zu wollen.