US-Blockade: Streit um Olympia-Einnahmen eskaliert - DER SPIEGEL
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US-Blockade Streit um Olympia-Einnahmen eskaliert

Im Konflikt um die Olympia-Einnahmen fordern die Sommersport-Verbände eine gerechte Verteilung der Gelder. Man wolle nicht länger "Sklave eines Vertrages sein", der das US-Komitee massiv bevorteile - doch die Amerikaner zeigen wenig Bereitschaft zur Kooperation.
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Hamburg - Vergiftete Atmosphäre: Im Streit um die Bevorteilung des Nationalen Olympischen Komitees der USA (USOC) bei der Verteilung der Milliarden-Einnahmen aus den Olympischen Spielen wird der Ton schärfer. Die 26 Internationalen Olympischen Sommersport-Verbände (ASOIF) haben das Internationale Olympische Komitee (IOC) ultimativ aufgefordert, eine Lösung des seit drei Jahren schwelenden Konflikts zu finden.

ASOIF-Vizepräsident Verbruggen: "An der Nase herumgeführt worden"

ASOIF-Vizepräsident Verbruggen: "An der Nase herumgeführt worden"

Foto: AP

Der in den Achtziger Jahren unbefristet geschlossene Vertrag, der das USOC finanziell bevorteilt, solle gekündigt werden. "Wir sind über lange Zeit vom USOC an der Nase herumgeführt worden", sagte der scheidende ASOIF-Vizepräsident Hein Verbruggen bei den IOC-Tagungen in Denver. "Das IOC und der Sport können nicht länger Sklaven eines Vertrages sein, der zu einer Zeit unterzeichnet wurde, die nichts mehr mit der Gegenwart zu tun hat", so Judo-Chef Marius Vizer.

Bislang verweigerte das USOC einer IOC-Arbeitsgruppe die Zusammenarbeit. Gesprächstermine wurden abgesagt, Kompromissvorschläge zurückgewiesen.

Der aktuelle Vertrag garantiert dem USOC 12,75 Prozent der TV-Gelder des IOC aus den USA und 20 Prozent der Sponsorengelder aus dem internationalen Top-Programm. Für die Winterspiele 2006 in Turin und die Sommerspiele 2008 in Peking kassierte das USOC so rund 364 Millionen US-Dollar (191 Millionen TV plus 173 Millionen Sponsorengelder). Das entspricht ungefähr der Summe, die alle anderen NOKs gemeinsam erhielten. Für die Periode 2010 bis 2012 werden mindestens 450 Millionen Dollar erwartet.

Einer der IOC-Vorschläge sieht vor, das USOC solle sich rückwirkend vom 1. Januar 2005 bis 2020 pro Olympiade mit 14 Millionen Dollar an den Kosten für die Spiele beteiligen. Ab 2021 sollten zudem jeweils zwölf Millionen Dollar an die anderen NOKs und die Sportverbände gezahlt werden.

jok/sid