US Open: Auch Kiefer eine Runde weiter - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

US Open Auch Kiefer eine Runde weiter

Nach Thomas Haas hat auch Nicolas Kiefer die erste Runde bei den US Open erfolgreich absolviert. Allerdings brauchte er gegen den Italiener Andrea Gaudenzi vier Sätze und fast drei Stunden.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

New York - Der an Nummer 14 gesetzte Holzmindener überstand damit bei dem mit 15 Millionen Dollar dotierten Grand-Slam-Turnier in New York das von ihm selbst prophezeite "Geduldsspiel" gegen den kampfstarken Italiener trotz eines unerklärlichen Einbruchs im dritten Satz nach 2:50 Stunden Spielzeit erfolgreich mit 7:5, 6:4, 0:6, 6:4. Kiefer gab sich zufrieden: "Wenn ich den dritten Satz weglasse, war es ein sehr gutes Match von mir", sagte Kiefer: "Ich habe insgesamt sehr konzentriert gespielt."

Ein guter Tag für die deutschen Spieler: Am ersten Tag hatten neben den für Olympia nominierten Thomas Haas und Rainer Schüttler auch Jens Knippschild und Wimbledon-Viertelfinalist Alexander Popp den Sprung in die zweite Runde geschafft.

Beim ersten großen Favoritensturz hieß das Opfer Gustavo Kuerten. Der French-Open-Sieger aus Brasilien, hinter Andre Agassi an Nummer zwei gesetzt, unterlag gegen den australischen Qualifikanten Wayne Arthurs mit 6:4, 3:6, 6:7 (4:7), 6:7 (1:7). Nach 2:32 Stunden besiegelte Arthurs mit seinem 26. Ass Kuertens schwarzen Tag.

Grund zum Ärgern fand auch Thomas Haas. Nach seinem gelungenen Comeback nach sechs Wochen Verletzungspause knöpfte sich der 22- Jährige, der in Runde zwei im reizvollen deutschen Vergleich auf den Bad Homburger Schüttler Farbe bekennen muss, Kritiker Niki Pilic vor. Es gibt immer wieder Leute, die etwas von sich geben müssen, um in die Zeitung zu kommen, bemerkte Haas nach seinem Drei-Satz-Erfolg gegen den Briten Jamie Delgado über den ehemaligen Daviscup-Kapitän: "Mich interessiert nur, dass ich wieder gesund bin."

Pilic hatte ihm und Kiefer vorgeworfen, "zu satt zu sein" und nicht mit der Konsequenz eines Boris Becker dem ganz großen Erfolg nachzujagen. "Letztes Jahr haben Nicolas und ich ganz gut gespielt und zu den Top Ten gehört", hielt Haas dem entgegen. Zum großen Wurf habe ihm noch die Reife gefehlt: "Ich denke, dass ich mein bestes Tennis erst mit 25 spielen werde."