US-Open-Finale: Sampras bezwingt Agassi - DER SPIEGEL
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US-Open-Finale Sampras bezwingt Agassi

Über zwei Jahre konnte Pete Sampras kein Tennisturnier mehr gewinnen. Die Kritiker hatten ihn bereits abgeschrieben. Doch bei den US Open zeigte der frühere Weltranglistenerste am Ende auch seinem großen Rivalen Andre Agassi, dass er nichts verlernt hat.
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New York - "Ich dachte, nichts könnte meinen letzten Wimbledon-Sieg übertreffen, aber dies hier ist einzigartig", sagte Sampras nach seinem 14. Sieg bei einem Grand-Slam-Turnier und genoss den Jubel der Zuschauer wie nie zuvor. Der 31-Jährige bezwang seinen ein Jahr älteren US-Landsmann Agassi mit 6:3, 6:4, 5:7, 6:4. Nach 1990, 1993, 1995 und 1996 gelang Sampras der fünfte Sieg in Flushing Meadow.

In der Pressekonferenz ließ sich der völlig ausgepumpte Sampras mit einem tiefen Seufzer auf seinen Stuhl fallen. "Ich bin froh, dass es vorbei ist", gab er zu. Für den Vier-Satz-Triumph musste er die letzten Reserven mobilisieren - nach fünf Matches in sieben Tagen. "Andre ist der Beste, gegen den ich je gespielt habe. Wie Björn Borg in seiner Karriere John McEnroe gebraucht hat, so brauche ich Andre", so Sampras.

Knapp drei Stunden hatten sich Sampras und Agassi in ihrem 34. Duell über den Center Court gescheucht. Auf der einen Seite der Mann mit erstklassigem Serve and Volley, auf der anderen der beste Return- und Grundlinienspieler im Herren-Tennis. 33 Asse feuerte "Pistol Pete" ab. 105 Netzattacken und 84 Gewinnschläge fügte er seiner überragenden Statistik hinzu. Agassi antwortete mit sieben Assen, 27 Winnern und ließ sich nur zehnmal in Netznähe blicken. Mit zwölf Breakchancen erarbeitete er sich vier mehr als Sampras, nutzen konnte er jedoch nur zwei. Auch im dritten gemeinsamen US-Open-Finale hieß der Sieger des Tennis-Klassikers Pete Sampras.

Ein Karriereende haben bisher weder Sampras noch Agassi angekündigt. Ihr emotionales Wiedersehen im Finale der US Open wäre der perfekte Augenblick gewesen. "Aber", sagte Agassi, "ich habe noch einiges, auf das ich mich im nächsten Jahr freuen kann."

"Aber", sagte auch Sampras, "ich fühle, dass ich noch ein paar Momente in mir habe." Wenn es nach Sampras geht, muss das späte Rendezvous der Altmeister in New York nicht das letzte gewesen sein. "Ich treffe meine Entscheidung in ein paar Monaten. Eigentlich möchte ich in diesem Herbst noch ein paar Turniere spielen und im nächsten Sommer hoffentlich noch einmal Wimbledon gewinnen. Vielleicht treffen wir uns im nächsten Jahr hier wieder."

Der 31-Jährige beendete mit seinem Erfolg eine 26 Monate währende Durststrecke. Seit seinem siebten Wimbledonsieg vor zwei Jahren hatte der Rekord-Grand-Slam-Sieger kein Turnier mehr gewonnen.

Agassi gewann in seiner Karriere sieben Grand-Slam-Turniere. Flushing Meadows verließ er 1994 und 1999 als Sieger. Doch jedes Mal, wenn er im Endspiel auf Sampras traf (1990, 1995 und 2002), zog er am Ende den Kürzeren.