US Open: Huber im Viertelfinale gescheitert - DER SPIEGEL
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US Open Huber im Viertelfinale gescheitert

Die Aufgabe gegen Elena Dementjewa schien lösbar. Doch am Mittwoch entpuppte sich die junge Russin im Arthur-Ashe-Stadium von New York als zu stark für Anke Huber.
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New York - Nach einem fürchterlichen Fehlstart hat Anke Huber gegen Außenseiterin Elena Dementjewa nicht mehr die Kurve gekriegt und ist im Viertelfinale der US Open ausgeschieden. Die 25 Jahre alte Karlsdorferin verlor gegen die sieben Jahre jüngere Russin am Mittwoch in New York mit 1:6, 6:3, 3:6. Am Ende spielten ihr die Nerven einen Streich, als sie im dritten Satz zum 3:5 zum sechsten Mal und vorentscheidend ihren Aufschlag verlor. Nach 84 Minuten war das Match beim ersten Matchball beendet.

Doch damit noch nicht genug des Pechs für Deutschlands beste Tennisspielerin. Zweieinhalb Stunden nach der Niederlage im Einzel musste Huber mit einer Handverletzung auch das Doppel an der Seite ihrer österreichischen Partnerin Barbara Schett gegen die japanisch-französische Paarung Sugiyama/Halard-Decugis beim Stande von 4:3 im ersten Satz abbrechen.

In ihrem Einzel-Viertelfinale verpasste Anke Huber die große Chance, in New York die Großen des Damen-Tennis herauszufordern. An ihrer Stelle darf nun die 18-jährige Dementjewa im Halbfinale am Freitag gegen Titelverteidigerin Serena Williams oder Lindsay Davenport (beide USA) antreten. Das zweite Spiel der Vorschlussrunde bestreiten Wimbledonsiegerin Venus Williams (USA) und die Weltranglisten-Erste Martina Hingis aus der Schweiz.

Wie ein Schnellzug rauschte das Spiel im ersten Satz an Anke Huber vorbei. In den 18 Minuten gewann sie nur zwölf Punkte, machte 13 unnötige Fehler und wirkte wie von Sinnen. Im zweiten Satz wurde es zunächst nicht viel besser. Huber spielte zu schnell und überhastet, die Fehlerquote blieb hoch. Der insgesamt vierte Aufschlagverlust zum 2:3 schien ihr das Genick zu brechen. Doch dann bekam die 18-jährige Russin offenbar Angst vor dem Gewinnen, machte auch mehr Fehler und ließ Huber mit vier Spielgewinnen in Folge zurück ins Match. Als Huber im dritten Durchgang mit 2:0 in Führung ging, schien alles gut zu werden. Doch mit Fehlern am Fließband machte sie alles selbst zunichte.

Nach fünf Runden gegen mehr oder weniger gute Sparringspartner geht Martina Hingis selbstbewusst in das Duell mit Venus Williams. "In Wimbledon habe ich gegen sie verloren, ich würde das gern zurecht rücken", sagte die Schweizerin, nachdem sie am Dienstagabend mit 6:0, 7:5 gegen Monica Seles (USA) gewonnen hatte. Im ersten Satz fegte sie die zweimalige US-Open-Siegerin Seles in 14 Minuten vom Platz.

Vor zwölf Monaten gewann Martina Hingis in Flushing Meadows im besten Damen-Match des gesamten Turniers ebenfalls im Halbfinale mit 6:1, 4:6, 6:3. In Wimbledon revanchierte sich Williams im Viertelfinale mit 6:3, 4:6, 6:4 und gewann danach ihren ersten Grand-Slam-Titel. "Ich spiele seit Wimbledon viel besser", sagte Hingis, die in der Gesamtbilanz mit 9:6-Siegen führt. Venus Williams dagegen lässt vor dem Match eine eindrucksvolle Zahl für sie sprechen. Ihr 6:4, 1:6, 6:1-Erfolg im Viertelfinale gegen Nathalie Tauziat aus Frankreich war ihr 24. Sieg in Folge.

Bis weit nach Mitternacht musste Nicolas Kiefer am Dienstag bei den US Open warten, ehe er auch den letzten möglichen Gegner auf der Traumreise in sein erstes Grand-Slam-Finale kannte. Erst um 1:22 Uhr hatte Vorjahres-Finalist Todd Martin (USA) nach 4:17 Stunden und der Abwehr eines Matchballes im Tie-Break des vierten Satzes seine grandiose Late-Night-Show gegen den Spanier Carlos Moya mit 6:7 (3:7), 6:7 (7:9), 6:1, 7:6 (8:6), 6:2 erfolgreich beendet. Nach dem Matchball zertrümmerte der Amerikaner vor Freude seinen Schläger und klatschte auf einer spontanen Ehrenrunde die wenigen Zuschauer, die bis zum Ende ausgeharrt hatten fast alle einzeln ab.

Als erster Spieler konnte sich am Mittwoch der Australier Lleyton Hewitt für das Halbfinale qualifizieren. Der 19-Jährige schlug den Franzosen Arnaud Clement, der in der zweiten Runde Titelverteidiger Andre Agassi besiegt hatte, souverän mit 6:2, 6:4, 6:3.

Von Klaus Bergmann, dpa