US Open Tiger Woods in Schwierigkeiten
Tulsa - Bernhard Langer ist trotz eines Einbruchs am 13. Loch besser in die 101. US Open der Golf-Profis gestartet als Titelverteidiger Tiger Woods. Der Anhausener beendete am Donnerstag die erste Runde auf dem schwierigen Par 70-Kurs des Southern Hills Country Clubs in Tulsa, Oklahoma mit 71 Schlägen und rangierte damit auf dem 21. Platz. Der große Favorit Woods konnte seine ersten 18 Löcher wegen Unwetters erst am Freitagvormittag zu Ende spielen und und fand sich mit 74 Schlägen erst auf dem 63. Rang wieder. Zu diesem Zeitpunkt lag der Südafrikaner Retief Goosen mit 66 vor dem Amerikaner Hale Irwin (67) und Mike Weir (Kanada), die jeweils einen Schlag mehr benötigten.
90 der 156 Golfer hatten ihre erste Runde bei dem mit fünf Millionen Dollar (5,814 Mio. Euro/11,34 Mio. Mark) dotierten Major-Turnier wegen starken Regens und eines heraufziehenden Tornados nicht abschließen können. Unter blauem Himmel und bei leichtem Wind setzten sie ihr Spiel am Freitagmorgen fort. Dabei war abzusehen, dass der nach Abschluss der kompletten ersten Runde beginnende zweite Durchgang auf Grund des großen Starterfeldes auch erst am Samstagvormittag beendet werden wird.
"Golf ist kein Hallensport"
"Golf ist nun einmal kein Hallensport. Damit müssen wir leben", zeigte sich Langer von den Zeitplanverschiebungen unbeeindruckt. Der beste deutsche Profi hatte auf den ersten elf Löchern seine derzeit starke Form eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Mit drei Birdies führte er bis dahin das Feld an. Am 13. Loch ging er dann regelrecht baden. Am vermeintlich leichtesten Loch leistete er sich einen Doppel-Bogey, nachdem er den Ball in den Teich vor dem Grün geschlagen hatte. "Danach habe ich völlig meine Linie verloren. Ich habe nicht mehr gespielt, nur noch gekämpft", ärgerte sich Langer, der auch noch am 14. und 16. Loch jeweils ein Bogey spielte.
Woods muss um den Cut zittern
Noch ärger erwischte es Woods, der seinen fünften Major-Triumph in Folge anstrebt. Nachdem er sich am Donnerstag nach neun Löchern mit drei über Par verabschiedet hatte, wobei er am neunten Loch ein für eher seltenes Doppel-Bogey kassierte, präsentierte er sich auch am nächsten Morgen nicht in topform. Am 12. und 18. Loch leistete er sich weitere Bogeys. Sein einzigen Birdie spielte er am 15. Loch. Mit seiner 74er-Runde lag er zunächst auf dem 63. Platz. Immerhin kam er bei zweiten Runde mit 71 Schlägen besser in Schwung; dennoch musste Woods bei einem Gesamtergebis von fünf Schlägen über Par noch einige Zeit zittern, um sicher zu sein, am Wochenende noch mitspielen zu dürfen. Zum Zeitpunkt als er seine Scorekarte im Clubhaus abgab, lagen die Vorraussagen für den Cut genau bei fünf Schlägen über Par.
Mit sichtlicher Zufriedenheit verfolgte indes Irwin das spannende Treiben auf den Grüns. "Aus solch einer Position alles zu beobachten, ist traumhaft", so der am Donnerstagabend führende älteste Spieler des Feldes. Illusionslos bereitete sich der 56-Jährige auf seine zweite Runde vor. "Was jetzt wird, darüber mache ich mir keine Gedanken. Ich hatte meinen Tag und der brachte mir viel Spaß", sagte Irwin, der schon drei Mal die US Open gewonnen hat und eigentlich nur noch auf der US-Senior-Tour spielt.