USA Protest gegen Polizeigewalt erreicht NBA
Colin Kaepernick (kniend)
Foto: Chris Carlson / APDie Proteste gegen soziale Missstände und Polizeigewalt gegen Schwarze in den USA haben den Basketball erreicht: Laut US-Medien hat die NBA in den vergangenen Tagen gemeinsam mit der Spielergewerkschaft NBPA verschiedene Szenarien erarbeitet, falls die Basketball-Stars beim Liga-Start im Oktober während der Nationalhymne protestieren.
Demnach verfassten NBA-Commissioner Adam Silver und NBPA-Geschäftsführerin Michele Roberts einen Brief, der an jeden Spieler geschickt wurde. Darin wurden beide Seiten dazu verpflichtet, nur "sinnvolle Aktionen" durchzuführen.
Hintergrund des Briefes ist die Auseinandersetzung um die US-Hymne in der Football-Liga NFL. Der NFL-Profi Colin Kaepernick weigert sich in den Trainingsspielen seines Vereins, den San Francisco 49ers, sich zur Hymne zu erheben. Stattdessen kniet er während der Hymne und will damit ein Zeichen setzen gegen Rassismus und Polizeigewalt. Die Verweigerung von Kaepernick hat in den USA eine Debatte über Patriotismus ausgelöst, die noch immer hohe Wellen schlägt. Sowohl Präsident Barack Obama als auch der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump haben sich bereits in den Hymnen-Streit eingeschaltet.
Anders als beim American Football ist es nach den NBA-Regularien nicht erlaubt, während der Hymne zu knien.
Steve Kerr, der Trainer der Golden State Warriors, rechnet mit Protesten. Der Meistertrainer von 2015 befürwortet sie sogar. "Es spielt keine Rolle, auf welcher Seite man steht. Man sollte lieber angewidert sein von den Dingen, die da draußen passieren", sagte der Ex-Profi. "Die Jungs haben doch eine Stimme. Ich bin der Meinung, dass Menschen gegen Ungerechtigkeit öffentlich Stellung beziehen dürfen, so lange es friedlich bleibt."