"Utah Jazz": Don't mess with Mormons - DER SPIEGEL
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"Utah Jazz" Don't mess with Mormons

Sich mit den Mormonen anzulegen, ist keine gute Idee. Wer es dennoch tut, muss mit harschen Reaktionen der im US-Bundesstaat Utah herrschenden Religionsgemeinschaft rechnen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Salt Lake City - Diesen Valentinstag wird Woody Paige so schnell nicht vergessen. Um die tausend E-Mails fand der Kolumnist der "Denver Post" plötzlich in seinem digitalen Briefkasten vor. Die wenigsten allerdings waren freundlichen Inhalts. Und dafür hatte Paige auch alles getan, denn er hatte sich mit den Mormonen angelegt.

Natürlich kommt kein Reporter bei diesen "Molympics" an einem Artikel über die dominierende Glaubensgemeinschaft Utahs vorbei. Der alt gediente Paige entschied sich für die schlichte Variante, vorhandene Klischees zu bedienen, und versicherte seine Leser im benachbarten Bundesstaat der Vorzüge ihrer Heimat: "In Colorado zwingen dich die Leute nicht, an jeder Ecke eine Religionsbroschüre einzustecken. Auch müssen wir keine Salamander oder Möwen anbeten oder die drei Cousinen unserer Mutter heiraten."

Geigt dem Ketzer aus Denver die Meinung!


Die abfälligen Zeitungszeilen verbreitete ein lokaler Radiosender Salt Lake Citys und forderte seine Hörer auf, dem Ketzer aus Denver anständig die Meinung zu geigen. Mit missionarischem Eifer kamen die Mormonen diesem Auftrag aus dem Äther nach und ließen E-Mails auf Page hinabregnen.

Angesichts der ihn überrollenden Postlawine kroch Paige dann zu Kreuze. "Alles ist großartig hier. Es sind die größten Spiele aller Zeiten", sang der Bekehrte gegenüber der "Salt Lake City Tribune", die - nebenbei bemerkt - demselben Medienhaus wie die "Denver Post" gehört. Um Erlass seiner Sünden bittend, phantasierte Paige dann auch kräftig weiter: "Ich liebe Utah, und ich habe das Buch der Mormonen schon zweimal im Hotel gelesen. Und wenn Sie mich kennen würden, wüssten Sie, was für ein feiner Kerl ich bin."

Beruhigend, dass die Mormonen von Salt Lake City offenbar nur die Zeitungen ihres Nachbarstaates lesen. Sonst hätten alle Verlagshäuser dieser Welt wohl ein ungleich größeres Problem als seinerzeit den fiesen "I Love You"-Virus. Beten Sie mit Woody Paige und mir, dass uns künftig Mormo-Spam-Attacken erspart bleiben.