"Utah Jazz" Jenny zieht blank
Salt Lake City - Bislang war Utahs Hauptstadt für ihr Nachtleben nicht gerade berühmt. Die mormonische Bevölkerungsmehrheit hält bekanntlich nichts von weltlichen Vergnügungen in Kneipen, Clubs und Discotheken. Doch die rund 100.000 Olympia-Touristen, die täglich durch die Straßen von Salt Lake City strömen, haben frischen Wind in das verschlafene Nest gebracht. Zuweilen muss der den Mormonen wie ein Orkan vorkommen.
Das "Port O'Call", zehn Gehminuten vom Tempel im Stadtzentrum entfernt, gilt während der Spiele als "the place to be". In Dreierreihen steht das amüsierwillige Publikum vor der Eingangstür an und nimmt bei Eiseskälte Wartezeiten bis zu einer Stunde in Kauf. Die, die schließlich reingelassen werden, rocken zu Live-Musik ab oder lassen sich, wie Jenny, schlicht und ergreifend volllaufen.
Wenn Jenny Kellnerin wäre, könnte sie die biergläservollen Tabletts bequem auf ihrer Oberweite abstellen. Doch Jenny, von irgendwo aus Nordamerika, ist Gast im "Port O'Call" und genießt ihr Light-Bier gern aus Kübeln, die hier "Pitcher" heißen und 13 Dollar den Eimer kosten. Es ist kurz nach 19 Uhr, die brünette Endzwanzigerin macht bereits einen extrem aufgeschlossenen Eindruck.
Die glücklich grinsende Jenny zieht vor allem Kanadier in ihren Bann und plötzlich ihren Pullover hoch. Ob sie nicht Lust hätten, ihren blanken Busen zu signieren, fragt Jenny. Die Eishockey-Fans, denen nach dem enttäuschenden 3:3 ihres "Team Canada" gegen Tschechien offensichtlich nach Ablenkung dürstet, lassen sich nicht zweimal bitten und greifen beherzt zum Filzstift.
Schnell spricht sich die ungewöhnliche Autogrammstunde in der Musikpinte herum. Hoch und runter geht Jennys Pullover. Platz ist ja genug da. Derweil sitzt der Begleiter der jungen Dame stumm daneben und bestellt mechanisch den nächsten Pitcher. Nur einmal scheint er kurz nervös zu werden. Als sich Jenny mit zwei Kanadiern in die Kellerräume verzieht.
Als Jenny zurückkehrt, erinnert sie sich ihrer anderen voluminösen Körperteile. Sie schiebt ihre Capri-Hose bis zu den Schenkeln hoch und bittet mit gierigem Augenaufschlag um weitere Unterschriften. Genau an dieser Stelle schreitet das Salt Lake City Police Department ein: Zwei bullige Cops bereiten dem nicht statthaften Treiben ein Ende. Für Jenny und ihren Freund endet des Abendvergnügen um 22 Uhr Ortszeit im Streifenwagen. Vorwurf: "Indecent Exposure".