Van Almsick: Karriereende nach Staffelbronze? - DER SPIEGEL
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Van Almsick Karriereende nach Staffelbronze?

Nach der Bronzemedaille der deutschen Schwimmerinnen über 4 x 200 Meter Freistil ließ Startschwimmerin Franziska van Almsick offen, ob sie in Sydney noch einmal an den Start gehen wird.
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Sydney - Die Frauen-Zweckgemeinschaft hat ihr Ziel doch noch erreicht: Franziska van Almsick, Antje Buschschulte, Sara Harstick und Kerstin Kielgaß haben sich in Sydney zusammengerauft und mit Bronze über 4 x 200 Meter Freistil Deutschlands gebeutelten Schwimmern mit der zweiten Medaille wieder ein Erfolgserlebnis beschert. Das Quartett verfehlte Silber hinter den USA und Australien nur um zwölf Hundertstel Sekunden. "Ich weiß noch nicht, ob das mein letztes olympisches Rennen war", sagte die 22 Jahre alte Franziska van Almsick nach der Siegerehrung und ließ offen, ob sie am Schlusstag in der Lagen-Staffel noch einmal dabei ist. Für diesen Donnerstag lud sie zu einer Pressekonferenz ins Deutsche Haus in Sydney ein.

Der Staffelerfolg hat die olympische Abschiedstour von Franziska van Almsick nach ihrem Debakel im Einzel dennoch etwas versöhnlicher gestaltet. "Es war sehr schwer für mich, heute an den Start zu gehen", bekannte die Berlinerin, die zuletzt harte Kritik einstecken musste. Zufrieden war sie mit ihrer Startzeit von 1:59,51 nicht: "Es ist immer noch nicht das, was ich vermutete, drauf zu haben. Aber es war alles, was drin ist." Sie durfte ihre achte olympische Medaille in Empfang nehmen.

"Mir war klar, dass ich alles geben musste", sagte die 30-jährige Kielgaß, die nach der Magdeburgerin Antje Buschschulte und der kurzfristig ins Team berufenen 19-jährigen Sara Harstick aus Hildesheim als Schlussschwimmerin startete. Durch einen furiosen Spurt auf den letzten Metern beseitigte Kielgaß in 1:57,90 jeden Zweifel an der Bronzemedaille und hätte sich beinahe noch vor die US-Schlussschwimmerin Jenny Thompson geschoben.

Die Amerikanerinnen schlugen mit einer Zeit von 7:57,80 Minuten vor den Australierinnen (7:58,52) und den Deutschen (7:58,64) an. Jenny Thompson gewann ihre siebte Goldmedaille und löste damit Kristin Otto (6) als erfolgreichste Schwimm-Olympionikin der Neuzeit ab.

Die Hamburgerin Sandra Völker, Silbermedaillen-Gewinnerin von Atlanta, schwamm dagegen drei Tage nach ihrem Halbfinal-K.o. über 100 Meter Rücken auch im Halbfinale über 100 Meter Freistil der Konkurrenz hinterher und kam nur auf den 15. Platz. "Sie ist einfach nicht in der Verfassung, hier mehr zu bringen", sagte Trainer Dirk Lange, der "trainingsmethodische Fehler" einräumte. Die Niederländerin Inge de Bruijn legte für das Finale in 53,77 Sekunden Weltrekord vor.

Das Debakel der deutschen Schwimmer hatte sich am Morgen zunächst auch über 200 Meter Rücken fortgesetzt. Der Berliner Vize-Weltmeister Ralf Braun verfehlte im Vorlauf mit einer indiskutablen Zeit von 2:01,35 das Halbfinale. Während der Essener Christian Keller über 200 Meter Lagen als Halbfinal-Dritter in den Endlauf einzog, konnte sich Jens Kruppa aus Riesa als Zwölfter nicht qualifizieren. Die Krefelderin Anne Poleska kam nicht über das Halbfinale über 200 Meter Brust hinaus.

Russlands Superstar Alexander Popow hat das "Goldene Triple" verfehlt. Nach Gold über 50 Meter und 100 Meter Freistil sowohl in Barcelona als auch in Atlanta musste sich "Zar Alexander" über 100 Meter in 48,69 Sekunden dem Niederländer Pieter van den Hoogenband (48,30) geschlagen geben. Ebenfalls seine zweite Goldmedaille holte der Italiener Domenico Fioravanti, der nach den 100 Meter Brust mit der Europarekordzeit von 2:10,87 Minuten auch die 200 Meter gewann. Die australische Weltrekordlerin Susie O'Neill schlug über 200 Meter Schmetterling nur als Zweite nach der Amerikanerin Misty Hyman an.

Von Richard Janssen und Dietmar Fuchs, dpa