Verdacht War der "Highlander" gedopt?
London - Alain Baxter, 28, steht unter Dopingverdacht. Der schottische Ski-Star, der bei den vergangenen Winterspielen in Salt Lake City die Bronzemedaille im Slalom gewonnen und damit Großbritannien die erste alpine Medaille der Olympia-Geschichte beschert hatte, wurde, wie erst am Dienstag bekannt wurde, während der Spiele positiv auf den Gebrauch von Methamphetaminen getestet. Baxter bestreitet allerdings, verbotene Substanzen genommen zu haben.
Entsetzter Athlet
"Ich konnte es nicht glauben, als mich unser Verbandschef Simon Clegg über den positiven Test informierte. Ich habe nie bewusst Medikamente oder leistungssteigernde Substanzen geschluckt. Ich bin einfach unschuldig", erklärte der Techniker, der nun seinen Arzt und Anwalt eingeschaltet hat. "Zusammen mit den beiden werde
ich meinen Fall beim IOC verteidigen. Dies wird nach meinen Informationen nicht vor nächster Woche passieren. Ich werde bis dahin keine weiteren öffentlichen Stellungnahmen abgeben."
Erst am Donnerstag war Baxter triumphal in seiner Heimatstadt Aviemore in den schottischen
Cairngorm Bergen empfangen worden. Statt einer alten Rostlaube, mit der einst auszog und von Weltcuport zu Weltcuport reiste, fuhr er in einem offenen Bus durch die Stadt, begleitet von Feuerwerk und Hunderten von Menschen auf den Straßen. Die Nachricht des Dopingverdachts hinterlässt nun einen bitteren Geschmack nach den Festivitäten.
Dem "Highlander", wie Baxter von seinen Fans genannt wird, droht nun der Verlust der Bronzemedaille. Sollte dies geschehen würde der Viertplazierte, Benjamin Raich aus Österreich, zum Gewinner der Bronzemedaille erklärt werden. Baxter dürfte damit einer der zwei weiteren Dopingfälle sein, die das Internationale Olympische Komitee (IOC) wegen noch nicht abgeschlossener Untersuchungen vorerst noch nicht bekannt gegeben hatte. IOC-Sprecherin Sandrine Chappuis wollte zum derzeitigen Stand der Dinge keinen Kommentar abgeben.