Volleyball-WM Deutsche Frauen scheitern an eigenen Nerven
Osaka - Drei Matchbälle hatte die Mannschaft von Bundestrainer Giovanni Guidetti im vierten Satz, keinen konnte sie nutzen. Am Ende hieß es 2:3 (27:25, 23:25, 25:19, 24:26, 11:15) gegen die US-Amerikanerinnen. Ab Mittwoch geht es bei der Weltmeisterschaft in Japan im ersten Spiel gegen die Türkei bestenfalls nur noch um den neunten Rang. "Ich bin extrem traurig für diese Mannschaft. Vielleicht war es die fehlende Erfahrung, vielleicht hatten sie auch schlicht Angst", sagte der Trainer tief enttäuscht: "Trotzdem haben wir gezeigt, dass Deutschland zurück ist unter den zehn besten Volleyball-Nationen der Welt."
Schon im Spiel gegen die Niederlande zu Beginn der Zwischenrunde hatten die Frauen des Deutschen Volleyball-Verbandes dicht vor dem Erfolg gestanden. Aber auch in diesem Duell reichte eine 11:5-Führung und ein Matchball im fünften Satz nicht zum Sieg. So fehlten bei Punktgleichheit mit China (6:8 Zähler) unter dem Strich drei Satzpunkte, um noch um den fünften bis achten Platz mitspielen zu können und damit das selbstgesteckte Ziel zu erreichen. "Wir hatten es zweimal selbst in der Hand und haben es zweimal selbst vergeigt. Wir haben unsere Erwartungen bis hin zur Medaille nach der Vorrunde vielleicht zu hoch geschraubt", sagte Spielführerin Angelina Grün. Ein Triumph gegen Olympiasieger China und vier Siege aus fünf Spielen in der Vorrunde in Sapporo hatten Hoffnungen auf die erste WM-Medaille der Geschichte geschürt, doch in der Zwischenrunde in Osaka folgten drei Pleiten.
Dennoch entschied der Verbands-Vorstand bereits gestern, dass Coach Guidetti mindestens bis Olympia 2008 seinen Job behält. "Das Ergebnis ist extrem bitter. Die Frauen haben zu Beginn der WM eine große Volleyball-Euphorie in Deutschland entfacht, und am Ende stehen wir fast mit leeren Händen da", kommentierte DVV-Vizepräsident Götz Moser. Um die Medaillen duellieren sich das einzige ungeschlagene Team Brasilien und Serbien und Montenegro sowie Russland und Titelverteidiger Italien.
mt/sid